Bach

Ein Berner Chanson von Mani Matter singt über den November: ?Im November, im November, da denkt man zurück an den September?. Das hat soviel Wahres dran, weil man versucht ist, die sonnigen warmen Herbsttage, die gerade noch da waren, zurückzuholen. Aber das geht nun nicht mehr. Also, sind andere Strategien gefragt.

 

Was tut mir denn gut im November ? es lohnt sich, darüber nachzudenken.

Denn? wenn es mir gut geht, dann bin ich zufrieden und das strahle ich ja bekanntlich aus oder eben auch nicht. Und mein Umfeld reagiert darauf, so oder so. Das ist sicher.

Licht
Licht generiert in uns ganz viele Assoziationen: Wärme, Freude, Hoffnung, Ehrlichkeit. Licht zieht uns an. In Zeiten der Not sprechen wir von Dunkelheit um uns herum. Wenn ein lieber Mensch stirbt, ist es, als ob die Sonne nicht mehr scheint. Und doch unterliegen wir alle diesem Zyklus von geboren werden und sterben. Und der Rhythmus der Jahreszeiten zeigt uns, dass es jetzt wieder Zeit ist, uns vom äusseren Licht zu verabschieden. Uns auf uns selber zu besinnen, im Rückzug auf uns selber. Wenn es draussen kalt und dunkel wird, sind wir aufgefordert, das Licht in uns selber anzuzünden. Die Frage stellt sich also: ?Habe ich genügend Licht in mir selber drin? Kann ich mich selber wärmen? Oder was brauche ich dazu??
Mir persönlich tut eine einfache Kerze gut. Dieses bescheidene Licht berührt meine Seele und lässt mich getröstet sein in dunklen Tagen.

Menschen
Zitat von Robert Louis Stevenson 1850 ? 1894 : ?Ein Freund ist ein Geschenk, das man sich selber macht.?
Bei Umfragen bestätigt sich, was wir eigentlich alle wissen: Wir wünschen uns alle gute Beziehungen. Zuoberst rangiert auch heute noch der Wunsch nach einer glücklichen Partnerschaft. Daneben liegt der Wunsch nach guten Freunden. Je älter wir werden, desto bewusster und sorgsamer gehen wir mit Freundschaften um. Die Lebenserfahrung lässt uns den unbezahlbaren Wert einer Freundschaft erkennen. Das Gegenteil von Freundschaften ist die Einsamkeit. Das Fehlen von einem wohlwollenden Gegenüber. Dann ist da einfach Leere, wo ein guter Freund sein sollte.
In kalten Tagen wünschen wir uns einen Menschen, an den zu denken oder mit dem zu reden uns gut tut ? Wärme und Zuversicht entstehen lässt.
Folgende Geschichte wird von Elbert Hubbard, amerik. Schriftsteller, berichtet: (1856 ? 1915)
?Rationalisierungsexperten wollten in einer Streichholzfabrik in Hawthrone, USA, herausfinden, welchen Einfluss die Beleuchtung auf die Produktivität der Arbeiter hatte. Man nahm an, dass Helligkeit positiv ist für die Produktivität. Umso überraschter war man, als nach deutlicher Reduzierung des Fabriklichts die Arbeitsleistung enorm anstieg. Das tat sie auch, als man das Licht weiter herunterregelte. Erst als gerade noch schummriger Mondschein in den Hallen herrschte, liess die Arbeitsfreude nach.
Der Grund: Die Beleuchtung hatte nichts mit dem Produktivitätsanstieg zu tun. Die Menschen waren motivierter, weil sie durch die anwesenden Experten merkten, dass man ihnen Aufmerksamkeit schenkte. Nichts kann effizienter sein als die stille, aber achtsame Anwesenheit einer anderen Person. Es gibt Menschen, in deren Gesellschaft Sie sich ungezwungen fühlen und mühelos Spitzenleistungen erbringen. Andere ziehen Sie so herunter, dass Sie glauben, die einfachste Fähigkeit verlernt zu haben. Werden Sie ein Mensch, in dessen Gesellschaft sich andere wohl fühlen.?

Traumwelten
Traumwelten laden uns ein, dem grauen Alltag zu entfliehen. Sei es, dass wir uns ein gutes Buch schnappen, das uns in eine ganz andere Wirklichkeit entführt wie zu Harry Potter. Oder ein Buch, das uns in eine Wissenswelt entführt, hin zu neuen Anregungen und neuen Ideen. Traumwelten entstehen auch bei einem guten Film.
Folgende Begegnung fand statt vor ein paar Jahren mit meinem Nachbarn, er wohnt am Ende der Strasse in einem Haus mit seiner Frau und mit seiner Tochter: Er hatte uns von Amerika erzählt und von seinen Reiseplänen. Wir waren von seinen Schilderungen fasziniert, sehr interessiert und besuchten ihn zu Hause. Auf dem Tisch hatte er die geographischen Karten ausgebreitet, Bücher mit Bildern von Canyons und wunderschönen Landschaften und Routenbeschreibungen. Mit Begeisterung erzählte er von der geplanten Reise. Er erzählte so, als ob er schon da gewesen wäre. Wir realisierten, wie gut er über Land, Kultur, Volk und Klima informiert war. Als ich ihn konkret darauf ansprach, wann genau er denn die Reise antreten wird, wurde er etwas verlegen und sagte: ?Da ich im Rollstuhl bin, weiss ich nicht, ob ich da jemals wirklich hinkommen werde? aber es tut gut, davon zu träumen.?
Zitat von Margareta Hofmann: ?Wenn Menschen träumen, gehört ihnen die ganze Welt.?

Margareta Hofmann

 

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