Haben Eltern immer Engelsflügel?

Zusatzmaterial zur Präsentation von

Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Rückauer
Leiter der Kinderchirurgie Chirurgische Universitätsklinik Freiburg, Deutschland, Mitglied des Vorstands der Bezirksärztekammer Südbaden,
Vater von 9 Kindern.

10 Richtlinien bei der Führung von Jugendlichen während der Adoleszenz

  1. Akzeptieren Sie die Ruhelosigkeit und Unzufriedenheit des Jugendlichen. Zeigen Sie Einfühlungsvermögen aber kein Mitgefühl.
  2. Seien Sie aufrichtig interessiert, aber nicht zu besorgt und verständnisvoll.
  3. Machen Sie einen Unterschied zwischen jemand akzeptieren und etwas billigen. Sorgen Sie dafür, dass der Jugendliche diesen Unterschied begreift.
  4. Trachten Sie langsam nach Vollkommenheit. Weisen Sie nicht bei jeder Gelegenheit auf Unvollkommenheiten hin, sondern beweisen Sie auch hier Einfühlungsvermögen ? denken Sie an Ihre eigene Jugend.
  5. Seien Sie in Sprache und Verhalten ein Vorbild und ahmen Sie hierin nicht Ihre Kinder nach.
  6. Geben Sie dem Kind Zeit und Gelegenheit, allein zu sein.
  7. Unterstützen Sie Unabhängigkeit: ?Das kannst du bestimmen.? ? ?Das musst du entscheiden.? ? ?Wie du willst.? Wenn das Kind dann eine Entscheidung trifft, müssen die Eltern sie akzeptieren.
  8. Weisen Sie nicht immer auf die Zukunft hin. Manchmal fürchten Eltern, dass ihre grossen Kinder niemals reif werden. (?Wenn di nicht schneller arbeitest, wirst du nie lange in einer Stellung bleiben!?) Der junge Mensch lebt in der Gegenwart und wächst dadurch, dass er allein mit seiner Umwelt und seinen Problemen fertig wird. Liebe und Unterstützung geben ihm Kraft. Obwohl er es vielleicht nicht zeigt, ist die Zukunft eine seiner grössten Sorgen.
  9. Sorgen Sie dafür, dass immer eine Verständigung möglich ist. Vermeiden Sie es, zu predigen oder Vorträge zu halten.
  10. Beten Sie um Führung und arbeiten Sie daran, dass Ihr Gebet erhört werden kann.

10 Regeln, wie man seinen Jungen zum Verbrecher erziehen kann

  1. Geben Sie Ihrem Jungen von klein auf alles, was er haben will. Er wächst dann in dem Glauben auf, die Welt habe für ihn zu sorgen.
  2. Wenn er gemeine Ausdrücke aufgeschnappt hat, lachen Sie. Er wird Sie dann für einen tollen Kerl halten.
  3. Vermeiden Sie jede auf religiöse und auf Ideale ausgerichtete Erziehung. Warten Sie, bis er 18 ist, und lassen Sie ihn dann selbst entscheiden.
  4. Räumen Sie auf, was er herumliegen lässt: Bücher, Schuhe, Kleider. Tun Sie alles für ihn, damit er sich daran gewöhnt, die Verantwortung stets anderen zuzuschieben.
  5. Streiten Sie sich häufig in seiner Gegenwart. Er wird dann nicht überrascht sein, wenn seine Eltern später auseinandergehen.
  6. Geben Sie ihm Geld, so viel er haben will. Lassen Sie ihn nichts selbst verdienen. Weshalb soll er es ebenso schwer haben, wie Sie es einst hatten?
  7. Erfüllen Sie ihm jeden Wunsch nach Essen, Trinken und Vergrügen. Verweigern Sie ihm etwas, so könnte das zu gefährlichen Komplexen führen.
  8. Gegenüber älteren Leuten, Nachbarn, Lehrern und Polizisten sollten Sie stets seine Partei ergreifen. Die können Ihre Kinder eben nicht leiden und verstehen sowieso nichts von ?moderner Pädagogik?.
  9. Kommt er dann ernsthaft in Schwierigkeiten, so entschuldigen Sie sich selbst, indem Sie sagen: ?Ich konnte nie mit ihm fertig werden.?
  10. Machen Sie sich auf ein Leben voller Kummer gefasst. Sie kommen nicht darum herum.

US-Polizist, Houston, Texas

10 Gebote für den Umgang mit Kindern

  1. Du sollst deine Kinder achten wie dich selbst.
  2. Du sollst einem Kind nicht vorenthalten, was dir wichtig ist: nützliche Arbeit, Verantwortung, Verfügung über ein Eigentum, über die Einteilung der Zeit, über die Wahl der Freunde.
  3. Du sollst ein Kind nichts lehren, woran dir selber nichts liegt; du sollst es nicht langweilen.
  4. Du sollst nichts für ein Kind tun, ohne es zu fragen; auch wenn es weder deine Frage noch deine Fürsorge versteht ? es ist gut, wenn du diese Gewohnheit hast.
  5. Du sollst nicht wegsehen, es soll dir nicht gleichgültig sein, wenn ein Kind etwas Falsches tut, Unwahrheiten, Torheiten, Grausamkeiten begeht.
  6. Du sollst eines Kindes Liebe und Vertrauen nicht zurückweisen ? so wenig wie seine Trauer, seine Angst, seine Neugier, seine Phantasie.
  7. Du sollst ein Kind nicht anders ?machen? wollen, als es ist ? aber du sollst ihm helfen, anders zu werden, wenn es das will.
  8. Du sollst, wie du einen Zehnten für die Kirche gibst, in dieser Welt einen zweiten Zehnten für die Kinder geben ? die fernen wie die nahen.
  9. Du sollst an der Welt arbeiten, so dass du sie ohne Scham den Kindern übergeben kannst.
  10. Du sollst nicht Kinder haben, wenn du dir nicht vorzustellen vermagst, dass sie ein würdiges Leben in ihrer Zeit führen können.

Hartmut von Hentig

 

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