Alle fassen bei der Arbeit mit an

Finanzielle Schwierigkeiten führen zu Spannungen in der Familie. Auf Dauer sinkt die Stimmung immer mehr, es gibt Streit, harsche Worte. Danach folgt ein schlechtes Gewissen, man geht sich aus dem Weg, leidet, das Selbstbewusstsein sinkt. Das muss nicht sein.

Wer sich um sein Geld kümmert, hat auch welches

Befreie dich von dem Zwang, unbedingt etwas Spezielles besitzen zu müssen und besinne dich auf das, was dir wirklich wichtig ist.

  • Dein Wert als Mensch ist nicht von deinem Besitz abhängig, sondern von deinem Charakter.
  • Stell dir bei Anschaffungen die Frage: ?Würde ich es auch kaufen, wenn meine Freunde es nie sehen könnten??
  • Kaufe nur, was du jetzt wirklich brauchst.
  • Meide Spontankäufe. Schlafe mindestens zwei Mal darüber, eh du dir etwas anschaffst.
  • Führe einen Finanzplan.
  • Gib nie mehr aus als du einnimmst.

Gemeinsam planen

Da finanzielle Schwierigkeiten einer der Hauptgründe sind, die zu Scheidungen führen, sollten Lebenspartner unbedingt gemeinsam über grössere Anschaffungen entscheiden. Wenn beide sich zu einer Anschaffung entschieden haben, wird es über die Ausgaben dafür später auch keinen Streit geben.

Auch wenn nur einer für die Finanzen zuständig ist, sollten beide über die finanzielle Situation Bescheid wissen. Wenigstens ein Mal im Quartal sollten die Partner sich zusammensetzen und sich über den aktuellen Stand austauschen.

Es empfiehlt sich auch, den Finanzplan gemeinsam mit dem Lebenspartner zu entwickeln und zu führen. Gemeinsame und individuelle Vorhaben können besprochen und abgestimmt werden. Und die Partner tun etwas zusammen, was nicht nur das Geld sondern auch das Zusammenleben betrifft und Wünsche, Visionen und Vorfreude lebendig werden lassen.

Kinder und Jugendliche

Schon Kinder müssen zwei Dinge lernen:

  1. den Wert der gemeinsamen Hausarbeit schätzen zu lernen
  2. ihre Zeit und ihr Geld richtig einzuteilen

Wenn Kinder mit ihrem Taschengeld nicht mehr auskommen, hilft es nicht, den Betrag einfach zu erhöhen. Du tust deinem Kind auch keinen Gefallen, wenn du ihm ständig finanziell unter die Arme greifst, unbegrenzt Darlehen gewährst oder seine Schulden übernimmst.
Zuerst ist es wichtig zu klären, welche Ausgaben das Kind vom Taschengeld bestreiten muss und ob das Geld dafür ausreicht. Wenn nicht, ist zu unterscheiden, ob die Ausgaben wirklich nötig sind (wie Geld für Schulhefte usw. aber auch hier und da ein Kino- oder Konzertbesuch) oder ob das Kind sich durch die Medien verführen liess, nur noch teure Schuhe einer bestimmten Marke tragen zu wollen, Genussmittel zu konsumieren oder nur noch an das eigene Vergnügen zu denken. Im zweiten Fall müssen die Kinder einfach lernen, ihre Ansprüche zurückzuschrauben, weil die Eltern keine Goldesel sind.

Wenn das Taschengeld eigentlich ausreichen würde, das Kind aber auf eine grössere Anschaffung sparen will, kann es etwas dazu verdienen. Ist es noch zu klein, um Ferienjobs anzunehmen oder morgens Zeitungen auszutragen, könnte es für Arbeiten im Haushalt entlöhnt werden, die über das normale Mass an Familienarbeit hinausgehen.

Die Arbeiten müssen natürlich an Alter und Entwicklungsstand des Kindes angepasst sein. Es macht Sinn, gemeinsam als Familie eine Liste der Arbeiten zu erstellen, die extra entlöhnt werden. Es muss auch ein monatliches Verdienstmaximum festgelegt und jeder Arbeit ein Fixlohn zugeordnet werden.

Da ein Grossteil der Jugendlichen mehr Geld ausgibt als sie verdienen, sind viele verschuldet. Der sorglose Umgang mit Handy und Kreditkarte führt häufig zu finanziellen Problemen. Wenn Eltern aber immer mit den Jugendlichen im Gespräch bleiben, ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Wünschen und Ressourcen vorleben und Anleitung zum Erstellen eines Finanzplanes geben, ist die Gefahr der Schuldenfalle viel geringer.

Gesetzmässigkeit

Es gibt ein universelles Gesetz, also unabhängig von Kultur und Religionszugehörigkeit: Wer regelmässig den zehnten Teil seines Einkommens einem guten Zweck widmet, wird reichlich dafür gesegnet. Auch wenn es unlogisch klingt ? 10 Minus 1 ergibt nicht 9 sondern 11. Das erfährt man aber nur, wenn man es ausprobiert und den Zehnten dankbar und von Herzen gibt.

Und auch das ist wichtig: Spare nicht verbissen jeden Rappen, sondern gönn dir und der Familie auch ab und zu etwas Schönes.

 

Hast du einen Beitrag zur Veröffentlichung bei 4Family?
info(at)4family.ch

Budgetplanung:

Budgetberatung Schweiz, Website mit Excel-Dateien als Download für Erwachsene, Jugendliche, Studenten usw., mit Literaturtipps, Artikel zum Thema Taschengeld und weiterführenden Links.

Buchtipp:

Auskommen mit dem Einkommen
Der Ratgeber für Ihr Haushaltsbudget

Budgetberatung Schweiz