Ronald, Sandra und Alwin

Sandra Kehrli (32), Sportlehrerin und Ronald Bosker (40), Physiotherapeut aus Holland mit seinem Sohn Alwin (14). Sandra & Ronald sind mehrfache Schweizer Meister im Eisschnelllauf und führen gemeinsam die Firma TEW Schöftland GmbH, die das Ziel hat, mit verschiedenen Methoden die Selbstheilungskraft der Patienten zu mobilisieren.

Interview

4Family: Wie habt ihr euch kennen gelernt?
Sandra: Vor 7 Jahren durch den Sport. Im Sommer habe ich an Inlinemarathons teilgenommen, im Winter war die Eislauf-Disziplin Shorttrack (ausgetragen auf einer 111,12 Meter langen ovalen Bahn) meine Sportart. Nach einem Unfall ging ich zu Ronald zur Physiotherapie. Da lernten wir uns näher kennen. Ronald brachte mich damals auch zum Eisschnelllauf. Einmal durfte ich sogar als Anhängsel von Ronald mit ins Trainingslager der Schweizer Nationalmannschaft.
Ronald: Ich hatte mich gerade von meiner Frau getrennt, von der ich inzwischen geschieden bin. Mein Sohn Alwin wollte bei mir und Sandra leben. Sie hat einen Hund mit in die Familie gebracht und ich ein Kind.
Sandra: Und nachdem der Hund gestorben ist, ist unsere Familie noch um  4 Maine-Coon-Katzen grösser geworden. Das sind sehr umgängliche, anhängliche, auf Menschen bezogene Tiere, die mit der Norwegischen Waldkatze verwandt sind.

4Family: Alwin, du hast auch viel Freude an den Tieren. Welche Hobbies hast du noch?
Alwin: Briefmarken und Steine sammeln.
Sandra: Er hat bereits eine riesige Sammlung. An Sport ist er nicht so interessiert. Alwin ist zwar athletisch und hat viel Ausdauer, will jedoch nicht an Wettkämpfen teilnehmen. Das respektieren wir.

4Family: Alwin, wie was gefällt dir an Sandra?
Alwin: Sie lacht immer, ist nett, kann gut Deutsch, kann gut mit anderen reden.

4Family: Sandra und Ronald, was gefällt euch an einander?
Ronald: Sie lacht viel, ist ehrlich und tut, was sie sagt.
Sandra: Es passt. Er ist wie das Gegenstück von mir. Ich kann sehr viel von ihm profitieren ? beruflich, im Leistungssport und auf zwischenmenschlicher Ebene. Und Ronald sorgt immer gut für mich. Wir haben in vielen Bereichen gleiche Ansichten. Es ist mir wichtig, dass man mit einander geht und den gleichen Blickwinkel hat.

4Family: Ronald, hast du nicht deine Probleme aus der ersten Ehe mit in die neue Beziehung gebracht?
Ronald (lachend): Nur ein paar.

4Family: Was ist euch bei der Erziehung von Alwin wichtig?
Sandra: Wir sprechen uns extrem ab. Und wir reden sehr viel über Alwin: wie wir ihn unterstützen können und wo er selbst durch muss.
Ronald: Er muss natürlich auch lernen, Verantwortung für sich zu übernehmen.
Sandra: Er muss die Konsequenzen tragen.
Ronald: Wir haben bei der Erziehung eine klare Linie und machen Alwin nicht abhängig von uns.
Sandra: Bisher gab es keine grösseren Konflikte, nur die normalen Auseinandersetzungen wie z. B. das Übernehmen von Ämtli (Aufgaben im Haushalt) usw. Wir haben uns immer zu Dritt zusammen gesetzt, wenn einer von uns etwas besprechen wollte. Das kann von Ronald oder mir, aber auch von Alwin ausgehen. Jeder sagt dann seine Meinung und wir finden gemeinsam eine Lösung. Ronald und ich dachten z. B. Alwin könnte sein Taschengeld verdoppeln, wenn er regelmässig das Rasen mähen übernimmt. Seine Abneigung gegen diese Arbeit war jedoch grösser als der Wunsch nach mehr Taschengeld. Also haben wir diese Regelung wieder abgeschafft und der Rasen wird von demjenigen gemäht, der gerade Lust und Zeit hat. Alwin hat es auch schon freiwillig übernommen.
Alwin: Dieses Jahr schon zwei Mal!

4Family: Alwin, was möchtest du beruflich machen?
Alwin: Das weiss ich noch nicht. Ich habe einmal in einer Tierklinik geschnuppert, weiss aber noch nicht, was für eine Lehre ich machen will.
Sandra: Alwin kann auch super mit Kindern umgehen.

4Family: Sandra und Ronald, was macht eine gute Partnerschaft aus?
Sandra: Zuhören.
Ronald: Die Meinung des anderen respektieren und sich nicht abgrenzen, wenn man die Meinung nicht teilt.
Sandra: Man muss lernen, die andere Person besser zu verstehen.

4Family: Was gefällt euch besonders an eurer Arbeit?
Ronald: Unsere Patienten (unter anderem auch das Juniorkader im Eisschnelllauf) sind häufig 3 Stunden in der Praxis. In dieser Zeit werden nicht nur ihre Körper behandelt?
Sandra: ? sondern es ist auch Psychohygiene.
Ronald: Wir helfen besonders den jungen Leuten, bessere Menschen zu werden. Gerade als Coach für die Europameisterschaften kann ich gut auf die innere Werte der Athleten eingehen.
Sandra: Bei unserer Art von Therapie kommen die positiven und negativen Seiten in ihnen durch, wir gehen darauf ein, fördern die positiven Seiten, sodass sich die weniger guten auflösen.
Ronald: Die Welt ist oft zu oberflächlich. Wir zeigen den Patienten ihre Problemfelder auf. Das ist vielmals sehr konfrontierend. Da sind viele Sachen die unbewusst ablaufen
Sandra: Beim Meridian-Stretching bekommen wir viel positives Feedback. Jeder Mensch hat etwas, was an ihm nagt. Daran kann auch auf Körperebene gearbeitet werden. Wir nutzen dann noch den Computer (Energetische ?Messung) zu Kontrollzwecken. Es ist eine gute Ergänzung zur Körperarbeit.

4Family: Wie steht es mit eurer Work-Life-Balance?
Ronald: Unsere Arbeit ist oft wie ein Hobby. Z. B. beim Stretchen machen wir beide aktiv mit und profitieren auch sehr davon. 

Interview mit Sandra, Ronald und Alwin von Gert-Christian Südel

 

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