Bilderbücher zusammen anschauen und erzählen, darüber sprechen und Fragen stellen und beantworten und später Vorlesen sind wichtige, oft unterschätzte Möglichkeiten, die Sprachentwicklung des Kindes zu unterstützen. Tu dies in deiner Muttersprache.
Es gibt sieben goldene Regeln für das Erzählen und Vorlesen:
- Such dir einen ruhigen und gemütlichen Ort, an dem du mit deinem Kind auch ein bisschen kuscheln kannst.
- Wähle einen günstigen Augenblick zum Vorlesen, also den Abend oder eine Ruhepause. Versuch daraus ein Ritual zu machen, am besten immer vor dem Schlafengehen.
- Habe Geduld. Lass dich von Zwischenfragen nicht stören, sondern heisse sie willkommen und nimm sie als Anregung.
- Lass deine Kinder die Bücher auswählen, und versuche, auch wenn du ein Buch das dreissigste Mal erzählst oder vorliest, den Wunsch der kleinen Zuhörer zu akzeptieren.
- Vermeide das ?Runterleiern?, denn Kinder spüren, wenn du mit den Gedanken nicht dabei bist.
- Kaufe Bücher, die dir auch gefallen, denn dann macht das Erzählen und Vorlesen auch dir Spass.
- Nimm dir Zeit für das Danach.
Das Vorlesen in der Schriftsprache bereitet das Kind auf das Lesen- und Schreibenlernen vor. Es kann ein Sprachgefühl für diese "Fremdsprache" entwickeln. Es lernt die Schriftsprache auf eine sehr lustbetonte Art kennen und lieben.
Erzählen/Vorlesen ist viel, viel wertvoller als "Konserven" hören:
Das Kind kann nachfragen.
Du kannst das Tempo dem Kind dem Bedürfnis des Kindes anpassen.
Dramatisiere und betone beim Vorlesen dem Niveau des Kindes gemäss.
Die Stimme der Mutter oder des Vaters zu hören ist wichtig für das Kind.
Jedes Kind geniesst diese Zuwendung.
Mit der Sprache lassen sich lustige Spiele machen:
Sag mal "Platz"! ? Du bist mein kleiner "Schatz"?. Reime finden und erfinden.
Marco, ich kenne noch jemanden, der auch mit M anfängt, wie du. Anfangslaute heraushören.
Ich weiss ein ganz langes Wort: Konfibrotfleck. Und ein ganz kurzes Wort: Bett. Wörter untersuchen.
Solche Spiele mit den Wörtern beinhalten wichtige Voraussetzungen für das Lesenlernen.
Kommen da nicht wieder eigene Kindheitserinnerungen auf?
Lisbeth Südel
