Kleinkinder sind existentiell abhängig, sie sind verletzlich. Sie brauchen Schutz und Fürsorge. Nur wenn ein Kleinkind sicher ist, kann es sich anderen zuwenden. (Voraussetzung „sicher gebunden“). Ein Kleinkind ist aktiv und interessiert. Es ist fähig, sich auf mehr als eine Person einzulassen. Besteht eine „Nur 1 Personen-Beziehung“, besteht das Risiko für ein Entwicklungsdefizit.
Ein Kind braucht 3-V-Menschen:
- vertraut
- verlässlich
- verfügbar
Ein Kind braucht Erwachsene, die unverplante Zeit spontan zur Verfügung stellen können.
Ein Kind braucht andere Kinder.
Kinder sollen streiten – und sich finden können. Dafür sollten Kinder mehrere Jahre mit anderen Kindern zusammen sein können.
Was leisten Familien:
- Sie stellen 3 V-Menschen zur Verfügung
- Familien bilden Humanvermögen
- Familien tragen zum finanziellen Wohlergehen eines Staates bei
- Familien tragen zu menschlicher Qualität und Lebensqualität bei
Wie leben Familien heute:
- wenig Geschwister (Akademikerschicht: fast keine Kinder, Mittel- u. Unterschicht: wenig Kinder)
- wenig Gross- viele Kleinstfamilien
- viele unterbetreute Kinder
- viele Eineltern- oder Patchworkfamilien
- ungleiche Bildungschancen (Pisa Studie)
Was ist schwierig:
- Vereinbarkeit Familien- u. Erwerbsleben
- Isolation
- Hohes Armutsrisiko, auch für Mittelstandsfamilien
- Hoher Erwartungsdruck
- Niedrige Anerkennung
- Wenig Finanzen
- Schwierig, die Partnerschaft lebendig zu erhalten
…das bewirkt….
- tiefe Geburtenrate
- Die Last einer Familie, den Karren allein zu ziehen erzeugt Druck
- Der Druck führt zur Zerrüttung (hohe Scheidungsrate, jährlich fast 20'000 Kinder betroffen)
- Die Zerrüttung führt zur Armut (Existenzangst)
- Die Armut führt zur Unfähigkeit, Pläne zu schmieden
- Diese Unfähigkeit birgt ein hohes Entwicklungsrisiko für Kinder
Was ist zu tun:
- Druck von Familien nehmen
- Kinder vor den Folgen von Armut schützen
- Bildungschancen stärken
- Familienergänzende Betreuung anbieten
- Bildende Betreuung: Aufgabenhilfe
- Freizeitbetreuung
- Die Leistung einer Familie anerkennen
- Erziehungs- und Bildungspartner fördern
- Kinderwelten schaffen (kinderfreundlich vs kinderfeindlich)
Familienergänzende Betreuung — eine Frage der Dosierung
Die Balance ist wichtig. Wenn die Dosis zu hoch ist,
dann ist es nicht mehr eine Familien-ergänzende,
sondern eine Familien-ersetzende Betreuung.
Die zu hohe Dosis führt zum Risiko der Verhaltensauffälligkeit.
Margareta Hofmann
Vizepräsidentin 4family
Quelle: Aus dem Vortrag von Dr. phil. Heidi Simoni, Leiterin des Marie Meierhofer-Instituts und
Vizepräsidentin der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen
Aus einem Vortrag von Dr. phil. Heidi Simoni, Leiterin des Marie Meierhofer-Instituts und Vizepräsidentin der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen.



