
In der Schweizer Bevölkerung sind Glaube und Religiosität weit stärker verbreitet, als dies zumeist vermutet wird. So können rund 80 Prozent der Menschen als religiös eingestuft werden, 22 Prozent sogar als hochreligiös.
Religion hat zentrale Bedeutung
[sda] - Das zeigt ein neuer internationaler Religionsmonitor der deutschen Bertelsmann Stiftung. Demnach weisen weniger als 20 Prozent der Menschen in der Schweiz in ihrer persönlichen Identität keinerlei religiöse Dimensionen auf.
Im Leben der anderen nimmt Religion eine zentrale Bedeutung ein. Für 60 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer ist das persönliche Gebet wichtig, für 56 Prozent religiöse Gebote und 11 Prozent nehmen wöchentlich oder öfter an einem Gottesdienst teil.
Auch im Vergleich unter den Generationen stellt der Monitor eine hohe Konsistenz und Stabilität religiöser Überzeugungen fest. So ist zwischen jüngeren und älteren Menschen kaum ein Unterschied beim Anteil von Religiösen und Nichtreligiösen festzustellen.
Lediglich der Anteil der Hochreligiösen ist unter den älteren Bürgern deutlich höher. Bemerkenswert ist laut den Autoren der Studie gleichzeitig, dass der Anteil der Nichtreligiösen in der Altersgruppe zwischen 50 und 59 Jahren am stärksten ausgeprägt ist.
Im internationalen Vergleich hebt sich die Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Staaten in besonderer Weise ab. Gegenüber Ländern wie Deutschland oder Österreich sind Religion und Glaube deutlich stärker ausgeprägt, noch deutlicher gegenüber Frankreich oder Großbritannien.
Höhere Werte als in der Schweiz stellt der internationale Religionsmonitor in der westlichen Hemisphäre nur in Italien (89 Prozent) und in den USA fest. Dort fällt der Anteil der Hochreligiösen mit 62 Prozent noch einmal deutlich höher aus.
Bemerkenswert für die Schweiz sei insbesondere das hohe Mass an religiöser Toleranz unter den Gläubigen, schreiben die Autoren der Studie. Die Aussage, dass jede Religion einen wahren Kern hat und dass man gegenüber allen Religionen offen sein soll, wird von 92 Prozent der Gläubigen bejaht.
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