
Um sich richtig vor den UV-Strahlen zu schützen, ist es wichtig, den eigenen Hauttyp und die persönliche Sonnenempfindlichkeit sowie die momentane Intensität der Sonnenstrahlen zu kennen.
Warum braucht die Haut Sonnenschutz?
Grundsätzlich kann die Haut eine bestimmte Zeit der Sonne ausgesetzt sein, ohne sich zu röten. Die Dauer dieser so genannten Eigenschutzzeit hängt vom Hauttyp ab. Bei hellhäutigen Menschen beträgt die Eigenschutzzeit nur fünf bis zehn Minuten. Spätestens nach Ablauf dieser Zeitspanne braucht die Haut Schutz durch Schatten, geeignete Kleidung und Sonnenschutzmittel.
Wann braucht die Haut Sonnenschutz?
Beim Aufenthalt im Freien, im Sommer wie Winter! Kälte und Bewölkung täuschen oft über die Strahlenintensität hinweg. Auch bei bedecktem Himmel dringen 80% der UV-Strahlen durch die Wolkendecke. Helle Flächen wie Schnee, Eis, Sand, Beton und Wasser reflektieren die UV-Strahlen und verstärken so deren Wirkung.
Eine gesunde Bräune gibt es nicht. Eine Sonnenbräunung ist immer ein Zeichen, dass die Haut angegriffen ist.
Sonnenschutz-Tipps:
- Sonnenbrand vermeiden
- Zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten bleiben
- In der Sonne Hut, Sonnenbrille und geeignete Kleidung tragen
- Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. LSF 15) auftragen
- Aufenthalt in der Sonne zeitlich dem eigenen Hauttyp anpassen
- Kleinkinder bis zu einem Jahr nie der direkten Sonne aussetzen
- Haut regelmässig auf Veränderungen untersuchen
In den Bergen
In den Bergen ist der Anteil an UV-Strahlen höher. Pro 300 Höhenmeter nimmt die Intensität der UV-Strahlen um 3 bis 5% zu.
Wanderer und Bergsportler sollten sich deshalb besonders gut schützen und ein T-Shirt oder ein Hemd mit Ärmeln, eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz sowie eine Sonnenbrille tragen und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. LSF 25) verwenden. Ohren, Nacken und Lippen sind besonders gut einzucremen. Wegen der starken Reflexion der UV-Strahlung auf Schnee und Eis ist Schneesportlern das Tragen einer Sonnenbrille mit Seitenschutz zu empfehlen.
Beim Sport
Sportler halten sich oft und lange in der Sonne auf. Wer den Sport nicht auf die Morgen- oder Abendstunden verschieben kann, sollte sich besonders gut schützen. Sportbekleidung aus künstlichen Fasern eignet sich ausgezeichnet als Schutz vor UV-Strahlen. Einen zuverlässigen Augenschutz bieten Sonnenbrillen mit 100% UV-Schutz bis 400 Nanometer. Unbedeckte Körperstellen sind mit Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor einzucremen.
Wassersportler, Schwimmer und Schnorchler benutzen mit Vorteil wasserfesten Sonnenschutz. In einer Wassertiefe von 50 cm erreichen noch 60% der UVB- und 85% der UVA-Strahlen die Haut. Da auch wasserfeste Sonnenschutzmittel durch den Aufenthalt im Wasser abgerieben werden, ist mehrmaliges Auftragen notwendig.
In den Ferien
Unbeschwerten Ferien steht nichts im Wege, wenn man sich während der ersten Tage im Schatten aufhält und die Haut langsam an die Sonnenstrahlen gewöhnt. Die "bürogewöhnte" Haut ist auf die intensive Sonnenbestrahlung nicht vorbereitet, auch nicht durch Solariumsbesuche. Deshalb empfiehlt es sich, die Aktivitäten im Freien der Tageszeit und der Feriendestination anzupassen, vor allem, wenn man im Winter in ferne Länder reist.
Bei der Arbeit
Wer unter freiem Himmel arbeitet, ist in den Sommermonaten zwangsläufig grosser Hitze und erhöhten UV- und Ozonwerten ausgesetzt. Es gilt, Haut und Augen besonders gut zu schützen: Geeignete Kleidung, Hut oder Helm, eine Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor gehören zur Ausrüstung. Körperlich anstrengende Arbeiten sollten möglichst frühmorgens ausgeführt und die Pausen im Schatten verbracht werden. Wichtig ist auch das Trinken von mehreren Litern Flüssigkeit (nicht alkoholische Getränke) über den ganzen Tag verteilt.
Kann die Haut auf die Sonne vorbereitet werden?
Im Handel findet man verschiedene Produkte, die die Vorbereitung der Haut auf UV-Strahlung sowie eine regelmässige Bräunung versprechen.
- Tabletten, die Betacarotin enthalten (ein rot-oranges Pigment, das auch Früchten und Gemüse die Farbe gibt), haben für sehr hellhäutige Menschen den Nachteil, dass sich ihre Haut orangerot verfärben kann.
- Selbstbräuner verleihen der Haut zwar eine Brauntönung, diese schützt aber nur schwach vor UV-Strahlen.
- Cremen mit Pflanzenextrakten, die phototoxisch wirken, sollten auf keinen Fall in der Sonne oder im Solarium verwendet werden. Ihre Anwendung ist nur bei Hautkrankheiten unter ärztlicher Aufsicht ratsam.
- Die vorbereitende Wirkung von Cremen, die Melanin enthalten, ist zweifelhaft (siehe Selbstbräuner).
- Von einem Solariumbesuch ist abzuraten, da es sich um eine zusätzliche UV-Belastung für den Körper handelt und die UV-Strahlen im Solarium nicht denen der natürlichen Sonne entsprechen.
Es gibt keine Wundermittel, die eine langsame Gewöhnung der Haut an die Sonne ersetzen.
Quelle: krebsliga
