So sieht Durst aus!

Um bei Sommer-Temperaturen einen kühlen Kopf zu bewahren, hilft nur eins: Viel trinken, am besten bis zu drei Liter am Tag. Besonders geeignet dafür ist Wasser.

Das Schönste am Sommer ist der Durst

Bei grosser Hitze kann ein normaler Erwachsener bis zu einem Liter Flüssigkeit pro Stunde ausschwitzen. Denn unser Körper besteht zu fast 70 Prozent aus Wasser. Schon zehn Prozent weniger machen müde, unkonzentriert, schwindelig und wenn's ganz schlimm kommt sogar bewusstlos.

Unser Körper muss ständig seinen Wasserhaushalt ausgleichen. Selbst leichter Wassermangel kann Kopfschmerzen verursachen, die Konzentration und das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigen und auch die körperliche Leistungsfähigkeit herabsetzen. Durch Hektik oder konzentriertes Arbeiten wird im Schul- und Berufsalltag das Trinken häufiger vergessen. Dabei gilt: Gesund ist zu trinken, bevor der Durst kommt.

Als Faustregel gilt

Trink jede Stunde 1 dl Flüssigkeit, so bleibt deine Leistungsfähigkeit erhalten. Der Durst ist - im Gegensatz zum Hunger - ein SOS-Signal. Meldet er sich, besteht bereits ein Wasserdefizit und die optimalen Voraussetzungen, um leistungsfähig zu bleiben, sind nicht mehr gegeben. Der Durst funktioniert nicht wie das Frühwarnsystem Appetit, sondern eher wie ein Feuermelder: Er gibt erst Alarm, wenn es schon brennt.

Tipps:

  • Bau das Trinken in den Tagesplan ein.
  • Stell Getränke griffbereit.
  • Trink täglich mindestens anderthalb bis zwei Liter ? am besten Leitungs- oder Mineralwasser. Wasser löscht gut den Durst und ist kalorienfrei.
  • Trink bei körperlicher Arbeit und Hitze deutlich mehr als normal. Denn der Körper verliert dann durch Schwitzen zwei bis drei Mal mehr Flüssigkeit als üblich.
  • Trink regelmässig über den Tag verteilt. Denn der Körper hat keinen "Reservetank". Er kann nur etwa einen halben Liter auf einmal verarbeiten. Darüber hinaus aufgenomme Flüssigkeit wird sofort ausgeschieden.
  • Führe Trinkrituale ein. Lege zum Beispiel auf dem Weg zum Kopierer oder in die Kantinen regelmässig einen Stopp am Wasserhahn ein.
  • Trink immer ein Glas Wasser zu den Mahlzeiten.
  • Trink auch dann, wenn du keinen Durst habst. Darauf solltest du besonders bei grösser Wärme oder bei körperlicher Anstrengung achten.
  • Sorge für Abwechslung. Du kannst Wasser auch mit Saft als Schorle mischen (ein Drittel Saft, zwei Drittel Wasser) oder Früchte- oder Kräutertee geniessen.
  • Iss Obst und Gemüse mit hohem Wassergehalt. Zum Beispiel Melonen, Gurken oder Tomaten. Du tankst dann nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe, die beim Schwitzen verloren gehen.

Die besten Durstlöscher sind:

Mineralwasser
Leitungswasser - still oder evtl. aufgesprudelt mit einem Wasserbereiter
Fruchtsaftschorlen
Verdünnte Gemüsesäfte
Kräuter- oder Früchtetee
Achte vor allem bei Kindern darauf, dass die Getränke nicht zu kalt sind.

Der einfachste und billigste Durstlöscher mit garantiert null Kalorien ist das kühle Nass aus dem Wasserhahn. Leitungswasser ist besser als sein Ruf, das zeigen immer wieder Untersuchungen unabhängiger Institute. Und so manches Wasser aus dem Hahn kann vom Mineralstoffgehalt sogar mit abgepacktem stillen Mineralwasser mithalten.

Wenn du in deiner Freizeit joggst, wanderst, Fussball oder Tennis spielst, dann ist Apfelsaftschorle ideal. Zwei Drittel Mineralwasser, ein Drittel Apfelsaft, damit werden die Mineralstoffverluste am besten ausgeglichen.

Nicht geeignet sind:

Limonade - sie enthält zu viel Zucker
Alkoholische Getränke - der Körper verliert Wasser und Mineralstoffe
Kaffee und Schwarztee - weil er den Schweiss auf die Stirn und den sowieso schon belasteten Blutdruck in die Höhe treibt

Wenn du deinen Durst nur mit Limonade, Cola, Fruchtsäften oder Bier stillst, dann macht das rund 1.200 Kilokalorien. Das ist eine ganze Menge, manchmal schon mehr als die Hälfte des Tagesbedarfs. Und das ist auch eine Erklärung dafür, dass viele sagen: "Bei der Hitze esse ich kaum etwas und nehme trotzdem zu."

Ob Bier, Apfelwein, Limonade oder Fruchtsaft: Alle Getränke enthalten rund 45 Kilokalorien pro 100ml. Kalorienreich ist auch Eistee, meist als Instandgetränk angeboten oder fix und fertig in der Packung. Mit umgerechnet 3 Esslöffeln Zucker pro Glas müssen Sie bei manchen Sorten rechnen.

Trinken und Leistungsfähigkeit in der Schule

Insbesondere Kinder und Jugendliche trinken zu wenig. Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr führt nachweislich dazu, dass sie sich schlechter konzentrieren können und ihre Aufmerksamkeit sowie ihre Leistungsfähigkeit z. B. im Schulunterricht nachlassen. Warum zu wenig getrunken wird, hat oftmals damit zu tun, dass das Durstempfinden bei Kindern zu schwach ausgebildet ist. Vielfach stecken aber auch Hinweise von Erwachsenen dahinter, nicht zu viel zu trinken. Die längst von der Wissenschaft widerlegte Vorstellung, dass zu viel Trinken ungesund sei, ist immer noch verbreitet und sogar in einigen Schulbüchern anzutreffen.

Auswertungen von wissenschaftlichen Studien und Daten zum Thema Trinken und Leistungsfähigkeit bei Kindern (6 bis unter 15 Jahre) und Jugendlichen (15 bis unter 19 Jahre) kamen zu folgenden Ergebnissen:

  1. Das Durstempfinden ist bei Kindern oft zu schwach ausgeprägt. Gerade wenn sie viel toben, klettern und rennen, ist Durst für Kinder kein ausreichend starkes Signal, um etwas zu trinken. Das gilt besonders für heisse Sommertage. Auch beim konzentrierten Spielen kann das Durstgefühl schon einmal unterdrückt werden.
  2. Kinder haben im Vergleich zu Erwachsenen einen deutlich höheren Wasserbedarf. Denn im Vergleich zum Körpergewicht ist die Körperoberfläche grösser, und der Wasseranteil an der Gesamtkörpermasse sowie der Wasserstoffwechsel sind deutlich höher. Umso wichtiger ist daher ein rascher Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten.
  3. Kinder und Jugendliche trinken zu wenig. Es wird geschätzt, dass bis zu 30 Prozent aller Schüler und Schülerinnen ohne Frühstück und in vielen Fällen auch ohne etwas zu trinken in die Schule starten. Ein Wasserdefizit kann sich schnell ergeben, wenn auch während der Unterrichtspausen nichts und abends zu wenig getrunken wird.
  4. Wird z. B. ab 20:00 Uhr und am folgenden Tag bis zum Schulende um ca. 14.00 Uhr nichts getrunken, können durch die normale Flüssigkeitsabgabe des Körpers schon Verluste von bis zu 2 Prozent eintreten. Dies führt bereits zu einer Verminderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Erschöpfungszustände - das zeigen Untersuchungen - können durch rechzeitiges Trinken verhindert werden.

Um eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung zu gewährleisten, empfiehlt das Forum Trinkwasser:

  • Schon kleinen Kindern zu den Mahlzeiten grundsätzlich ein geeignetes Getränk (z. B. Trinkwasser, Mineralwasser, Saftschorlen, Früchte- oder Kräutertee) anbieten.
  • Zum Schulfrühstück immer auch ein Getränk kombinieren.
  • Kinder stets zum Trinken anregen, besonders wenn sie viel Toben oder Sport treiben sowie an heissen Tagen. Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren sollten ca. 1 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken, ab 13 bis 19 Jahren ca. 1 1/2 Liter. Durch Anstrengung und Hitze kann der tägliche Wasserbedarf das Drei- bis Vierfache dieser Mengen erreichen.
  • Kindern jederzeit geeignete Durstlöscher bereitstellen.
  • Während der Autofahrt in die Sommerferien und bei Reisen in heisse Klimazonen sollten Eltern bewusst darauf achten, dass ihre Kinder viel trinken und sie immer wieder dazu ermuntern.

Das Forum Trinkwasser informiert über Trinkwasser in Deutschland auf Basis von Fakten und wissenschaftlichen Studien. Ziel ist es, das Bewusstsein für das Qualitätsprodukt und Lebensmittel Trinkwasser in Deutschland zu stärken. Auf der Homepage unter http://www.forum-trinkwasser.de/ steht unter anderem auch die aktuelle Studie von Professor Heseker und Professor Weiss zum Downloaden zur Verfügung.

 

Tipps zum Trinken während des Abnehmens:

  • Diätgetränk Wasser: Wer Wasser trinkt, verbraucht mehr Energie. Schon der Genuss von 1 1/2 bis 2 Liter Leitungswasser täglich kann den Energieumsatz auch bei Übergewichtigen um bis zu 100 Kilokalorien erhöhen.
  • "Aperitivo": Am besten jeweils 1/2 Liter kühles - aber nicht eiskaltes - Wasser vor den Mahlzeiten trinken. Das "füllt" schon mal den Magen und regt den Stoffwechsel an.
  • Körpersignale richtig deuten: Nicht selten werden die Signale für Hunger und Durst verwechselt. "Hunger" zwischen den Mahlzeiten kann auch bedeuten, dass Sie durstig sind.
  • Je weniger auf dem Teller, desto mehr im Glas: Wer weniger isst, nimmt weniger Flüssigkeit mit Lebensmitteln zu sich und sollte daher entsprechend mehr trinken, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken.
  • Trinken unterwegs: Ob ins Büro, zum Sport oder für die längere Autofahrt - nimm dir frisches Leitungswasser in einer wiederbefüllbaren Trinkflasche mit.
  • Abwechslung tut gut: Probiere eine neue Teesorte oder eine neue Geschmacksrichtung für die Saftschorle.

Mehr Informationen zur Studie gibt's unter: http://www.forum-trinkwasser.de/

Wassergebühren (ohne Abwassergebühren) in der Schweiz

Wassergebühren 2006 in der Schweiz nach Kantonen

Dies ist eine verkleinerte Abbildung. Klicke auf das Bild, um es in Originalgrösse zu sehen.

Je nach Wohnort zahlt eine 4köpfige Familie in der Schweiz zwischen 184 und 880 Franken Wassergebühren im Jahr.
Die Statistik zeigt nur Wassergebühren ohne Abwassergebühren, die von Kanton zu Kanton wieder sehr unterschiedlich sind. Was in der Schweiz ja eher die Regel als die Ausnahme ist.

Beispielrechnung Getränkekosten

Getränkebedarf einer 4-köpfige Familie

Empfohlene Flüssigkeitszufuhr für Erwachsene: 1,5 Liter pro Tag
Empfohlenen Flüssigkeitszufuhr für Kinder: 0,8 bis 1,3 Liter pro Tag; also im Schnitt 1 Liter

Flüssigkeitsbedarf pro Tag für 2 Erwachsene + 2 Kinder:
1,5 l +1,5 l + 1,0 l + 1,0 l = 5 l

Flüssigkeitsbedarf der Familie pro Jahr:
5 l x 365 Tage = 1'825 l

Durchschnittliche Getränkekosten in der Schweiz (Kosten pro Liter)

  1. Trinkwasser
    Fr. 0.0026/Liter
  2. Selbst aufgesprudeltes Trinkwasser
    Kosten selbst aufgesprudeltes Trinkwasser
    = Trinkwasser + Kosten CO2 =
    0.0026 + 0,167 = Fr. 0,17/Liter
  3. Tee
    Kosten Tee
    = Trinkwasser + Energiekosten Erhitzen + Tee =
    0.0026 + 0,045 + 0,20 = Fr. 0,25/Liter
  4. Mineralwasser
    Die Kosten für Mineralwasser variieren nach Marke und Einkaufsquelle. Laut Konsumentenschutz liegen die Preise zwischen Fr. 0.33 und 5.00 pro Liter. Wir gehen bei unserer Beispielrechnung von einem gängigen Migros-Produkt aus:
    Kosten Aproz = Fr. 0.65/Liter

Durchschnittliche Getränkekosten der Familie in der Schweiz pro Jahr

  1. Trinkwasser:
    Fr. 0.0026/Liter x 1'825 Liter = Fr. 4.74
  2. Selbst aufgesprudeltes Trinkwasser
    Fr. 0.17/Liter x 1'825 Liter = Fr. 310.25
  3. Tee:
    Fr. 0.25/Liter x 1'825 Liter = Fr. 456.25
  4. Mineralwasser (Aproz)
    Fr. 0.65/Liter x 1'825 Liter = Fr. 1186.25
    (Bei dem Mineralwasser zu Fr. 5.00 pro Liter wären es sogar Fr. 9'125.00!)

Wasserqualität in der Schweiz

Das Trinkwasser in der Schweiz ist nicht nur vielen Mineralwässern ebenbürtig, teilweise ist es sogar gesünder!

Die Stiftung für Konsumentenschutz hat 1998 den Mineralgehalt von 47 Mineralwässern verglichen.
Mehr als die Hälfte bieten nicht mehr als Trinkwasser und sechs davon enthalten gar unerwünschte Stoffe. Der markanteste
Unterschied liegt offenbar in den Preisen, unser Trinkwasser ist um einen Faktor Tausend billiger!

Die oben genannte Studie enthält auch eine Liste der Inhaltsstoffe der verschiedenen Mineralwässer.

Online-Trinkberater

Das Forum Trinkwasser e.V. bietet einen kostenlosen Online-Service gegen das Vergessen. Unter www.trinkberater.de kann jeder sein persönliches Trinkverhalten testen und seinen persönlichen "Trink-Wecker" aktivieren. Ein E-Mail erinnert dann zu einem bestimmten Zeitpunkt an das Trinken. 

 

Sende deine Gesundheitstipps an:
info(at)4family.ch

Faustregel:

Trink jede Stunde
1 dl Flüssigkeit.

Links:

Stiftung für Konsumentenschutz 1998: Mineralgehalt von
47 Mineralwässern verglichen:

Online-Service:

"Trink-Wecker" aktivieren: