Erziehungsregel # 1: Mama hat Spass!
Die Frau, welche diese Methode entwickelt hat, heisst Nicole MacKenzie und wurde in der Schweiz geboren. 1989 kam ihr erstes Kind auf die Welt und sie wurde sich bewusst, wie wenig sie doch eigentlich über Erziehung wusste.In den folgenden Jahren machte sie – wie jede Mutter und jeder Vater – vieles richtig, aber halt auch einiges falsch. 2002 wurde das sechste Kind geboren. Frau MacKenzie ist von Beruf Psychologin und leitet seit 20 Jahren Elternkurse in Europa und in den USA. 2002 beschloss sie, ihre Erkenntnisse über Erziehung und Kinder in Form eines Buches festzuhalten.
Der Name dieses - auffallend praxisbezogenen - Ratgebers lautet gleich wie der Titel dieses Artikels. Die Überlegung hinter diesem ungewöhnlichen Buchtitel: Wenn die Mutter keinen Spass hat an ihren Kindern und an der Erziehungsarbeit, hat niemand in der Familie Spass. Dasselbe gilt selbstredend auch für Väter... Eltern sollen nicht tagtäglich das Gefühl haben, sie müssten sich vollkommen „aufopfern“, sondern mit Freude an ihre Aufgabe herangehen. Zum Beispiel, indem man sich an der Intelligenz, an Talenten der Kinder erfreut.
Beim Lesen dieses Werkes wird rasch klar, worum es der Verfasserin geht: Wie man es als Erziehende schafft, Werte wie gegenseitigen Respekt, Selbständigkeit und ja, auch Disziplin, vorzuleben und weiterzugeben.
Und wie man es vermeidet, sich das Heft vom kleinen (oder schon grösseren Nachwuchs) aus den Händen nehmen zu lassen. Plädiert wird auch explizit für mehr Gelassenheit (aber keinesfalls Gleichgültigkeit) im Umgang mit Ungehorsamkeiten. Ein Leitsatz dazu lautet: Mit Disziplin, ohne Bestrafung.
Ein wichtiger Punkt sei auch das bewusste Zulassen von natürlichen Konsequenzen. Ein Beispiel: Wenn der Bus abgefahren ist, weil das Kind herumgetrödelt hat, können wir heute eben nicht schwimmen gehen…
Viele Eltern werden täglich in Machtkämpfe mit ihren Kindern verwickelt, was die meisten Eltern wohl lieber vermeiden würden. Passiert es trotzdem, wird aus einer Konsequenz eine Strafe, zudem oft sehr emotional ausgesprochen. „MamahatSpass“ verspricht, effiziente Werkzeuge zu vermitteln sowie ein Muster, welches das Kind in die Verantwortung nimmt.
Die Methode hat zum Ziel, ein harmonischeres Familienleben zu ermöglichen. Eltersein soll als ständiger Lernprozess verstanden werden. Bis sich alle Beteiligten zu einem „Team“ gefunden haben und mit der Zeit hoffentlich viele Regeln und Abläufe von selber funktionieren, weil alle den Sinn und auch den Nutzen darin sehen.
Frédéric Nebel
PS: Details für das nächste Einführungsseminar findest Du in der rechten Spalte.
Kurzinterview
mit einem 4family-Vereinsmitglied, welches vor einigen Wochen den ersten Tageskurs besucht hat:
4family: Wie hast du den Kurs erlebt?
Auffallend und sehr ansprechend war für mich, wie positiv und praxisnah das Ganze ausgerichtet ist. Sämtliche Beispiele waren aus dem Leben gegriffen und es wurde sehr lösungsorientiert gearbeitet.
4family: Was konntest du konkret mitnehmen?
Ich habe fundierte Einblicke erhalten in das, was “hinter der Kulisse“ abläuft. Also: Was steckt dahinter, wenn ein schon etwas älteres Kind mit weinerlicher Stimme etwas durchsetzen möchte? Die Kunst ist zu erkennen, wann ein Kind wirklich traurig ist und wann es diese Stimmung vielleicht als “Werkzeug“ einsetzt, um etwas Bestimmtes zu erreichen. Also um die Eltern zu manipulieren.
Zudem wurde mir wieder bewusst, wie wichtig es ist, in Konfliktsituationen möglichst gelassen zu bleiben. Es geht um die Sache und man muss nicht immer gleich emotionsgeladen reagieren und handeln. Lieber einmal aus dem Raum gehen und “tief durchatmen“, danach dafür ruhig und lösungsorientiert handeln können.
4family: Gibt es Dinge, die du in Kürze ausprobieren möchtest?
Ja. Eine Idee vom Kurs, welche mir geblieben ist, heisst “Cleaning-Blitz“. Wir machen eine Liste mit zu erledigenden Dingen. Jeder kriegt ein paar Jobs, wir lassen coole, “fetzige“ Musik laut laufen und arbeiten gemeinsam. Danach bleibt viel Zeit für gemeinsame Erlebnisse wie ein Hallenbadbesuch, spielen oder was auch immer. Hauptsache es macht Freude und bringt die Familienmitglieder näher zusammen!

