
Fernsehen fasziniert Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Eltern sollten aber nie vergessen: Erwachsene kennen den Unterschied zwischen Fiktion und Wirklichkeit - Kinder nicht. SCHAU HIN! hilft Eltern, diese andere Wahrnehmung zu verstehen. Mit den folgenden Anregungen und Fragestellungen, sowie einem umfangreichen Informationspaket können Eltern zusammen mit Lehrern einen ganz persönlichen SCHAU HIN! Elternabend gestalten.
Medienpädagogik in Forschung und Praxis
"Kinder haben eine eigene Wahrnehmung und finden oft Fernsehsendungen lustig, die Erwachsene dumm oder kitschig finden. Diese andere Wahrnehmung müssen Eltern verstehen lernen", sagt Helga Theunert, wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. "Man muss verstehen, was Kinder und Jugendliche in den Medien anders sehen als Erwachsene. Dass die Medien zu wenig mit den Augen der Kinder und Jugendlichen gesehen werden, halte ich für das Grundproblem der Medienerziehung", erklärt die Medienexpertin.
Altersgerechte Sendungen
Kinder bis zum sechsten Lebensjahr haben Schwierigkeiten, die Scheinwelt des Fernsehens von der Realität zu unterscheiden. Für sie sind Fantasietiere oder -figuren, die in linearen Zeitabläufen handeln (zum Beispiel die "Teletubbies"), das richtige Programm. Filmische Gestaltungsmittel wie zum Beispiel Großaufnahmen oder zeitliche Sprünge, die Erwachsenen völlig harmlos erscheinen, wirken auf sie verwirrend oder gar erschreckend.
Schulkinder dagegen lieben freche Helden wie "Pumuckel", durchschauen mitunter bereits die Flunkergeschichten von "Käptn Blaubär" und finden das Gefühl bei der "Sendung mit der Maus" großartig, manchmal mehr zu wissen als Erwachsene. Daily Soaps, Musiksender und Actionfilme gehören zu den Favoriten der Teenager.
Wichtig ist: Eltern sollten ihre Kinder nur Sendungen sehen lassen, die dem Alter des Nachwuchses entsprechen. Doch wie sind sie im riesigen TV-Angebot zu finden? Die Programmzeitschrift "TV Spilefilm", Partner von SCHAU HIN!, weist die Altersempfehlungen für Kinder und Jugendliche im Programm aus. Im Internet hilft die Website "Flimmo" Eltern, das altersgerechte Programm für die Kinder zu finden.
Bewusst fernsehen
Die richtige Wahl des Programms nützt wenig, wenn am Ende einer Sendung oder in der Werbepause wahllos weitergezappt wird. Zufällige Szenen beim Umschalten können die Kinder erschrecken, abgesehen davon können sich gerade kleine Kinder nicht sehr lange konzentrieren. Sie werden aus der Handlung des gerade Gesehenen förmlich herauskatapultiert. Darum ist es wichtig, das Fernsehprogramm bewusst in Zeitschriften oder im Internet auszuwählen und es bei dieser Auswahl zu belassen. Durch Gespräche nach den Sendungen helfen Eltern ihren Kindern, Eindrücke zu verarbeiten und positive Rollenvorbilder herauszuheben.
Als "Berieselung" oder gar als Babysitter taugt das Fernsehen auf keinen Fall. Wenn den Eltern die Zeit fehlt, mit ihren Kindern gemeinsam fern zu sehen, sollten besser Bücher oder Spiele als Ersatzbeschäftigung herangezogen werden.
Komplettes Fernsehverbot dagegen ist auch keine Lösung. Niemand kann sein Kind dauerhaft vom Fernsehen abhalten, schon allein, weil es durch Freunde, Spielzeug oder Werbung ständig mit Figuren aus der TV-Welt konfrontiert wird.
Quelle: http://www.schau-hin.info
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