Kinder bewerten ihre Familie: Gespräch zwischen Elternteil und Kind

Vor einem weissen Blatt Papier

Es ist wichtig, mindestens zwei Mal im Jahr ein ausführliches Mutter/Kind- bzw. Vater/Kind-Gespräch zu führen — nicht im Stil der Inquisition, sondern offen, liebevoll und verständnisvoll — mit gegenseitiger Achtung und Wertschätzung für einander.

 

Worum geht es bei regelmässigen Eltern/Kind-Gesprächen?

Es geht nicht darum das Kind auszufragen, sondern darum,

  • als Elternteil echte Anteilnahme am Leben des Kindes zu praktizieren
  • dem Kind zu signalisieren: "Du bist mir wichtig. Dein Wohlergehen liegt mir am Herzen."
  • dass Kind dazu anzuregen, sich über sich selbst und den Stand in der Familie Gedanken zu machen
  • dem Kind zu helfen, seine Gefühle wahrzunehmen und darüber sprechen zu können
  • die Beziehungen unter den Familienmitgliedern zu vertiefen
  • vom Kind materiell, emotional und spirituell erlebte Defizite wahrzunehmen
  • unterschiedliche Wahrnehmungen von Kindern und Eltern zu erkennen
  • sich über die unterschiedlichen Wahrnehmungen auszutauschen
  • Missverständnisse über tatsächliche und beim anderen vermutete Motivationen im Umgang miteinander zu beseitigen
  • den eigenen Erziehungsstil zu überprüfen und eventuell zu korrigieren
  • dem Kind Informationen über Erziehungsziele und aktuelle Erziehungsphasen zu geben
    (z. B. "Im Moment habe ich das Bedürfnis betreffend Ordnung härter durchzugreifen, weil ich ......."
  • sich auszutauschen, damit beide (Elternteil und Kind) mit Hilfe des anderen wachsen und sich entwickeln können

Vermittelst du im Gespräch Die Guten-Eltern-Botschaften? Lies dir zur Überprüfung die Punkte einmal durch.

Bewertungsbogen

als Grundlage für ein persönliches und vertrauliches Eltern/Kind-Gespräch mit Kindern ab ca. 8 Jahren.

  1. Was ist deine Stellung in der Familie? (z. B. Einzelkind, jüngstes/ältestes von …. Kindern, einziges Mädchen unter Buben…)
  2. Wie werden deine Talente gefördert?
  3. Sind deine Ideen gefragt? Ja Nein
  4. Wird zu viel von dir verlangt?
  5. Oder wird dir zu wenig zugetraut? (Nenne Beispiele)
  6. Wirst du ernst genommen, kannst du bei Familienthemen mit planen und entscheiden?
  7. Normalerweise ist ein Elternteil in der Woche von ____ bis ____ Uhr zuhause,
    und am Wochenende von ____ bis ____ Uhr.
    Ist das ausreichend für dich, oder sollte zu einer anderen Zeit
    noch ein Ansprechpartner für dich da sein?
    Ja, am __________ von ____ bis ____ Uhr.
  8. Wie viel Taschengeld bekommst du? ____ Fr. Findest du das gerecht?
    Wenn nein, was meinst du wäre gerecht? ____ Fr.
  9. Warum bist du wohl ausgerechnet in diese Familie gekommen?
  10. Was gefällt dir an deiner Familie am besten?
  11. Was gefällt dir gar nicht?
  12. Wenn du Vater/Mutter wärst, was würdest du anders machen?
  13. Von welchen Familienmitgliedern wirst du gut behandelt?
  14. Von welchen nicht so gut?
  15. Wie behandelst du deine Familienmitglieder?
  16. Wie viel Liebe und Respekt herrscht unter den Familienmitgliedern in eurem Haus:
    a. Unter den Eltern 
    b. von Eltern zu Kindern
    c. von Kindern zu Eltern
    d. unter den Geschwistern
    e. zu weiteren Familienmitgliedern
  17. Wenn dich jemand fragt: „Was ist typisch für eure Familie?“
    Was würdest du so ganz spontan antworten?
  18. Gib deiner Familie eine Gesamtnote. (6 = sehr gut bis 1 = ungenügend)
  19. Was kannst du an dir ändern, damit es eine noch bessere Familie wird?

 

Einzelne Themen können auch anschliessend am Familienabend besprochen werden, natürlich ohne dabei ein Familienmitglied blosszustellen! Vertrauliche Informationen müssen vertraulich behandelt werden.

 

Wenn du Tipps für uns hast, wende dich bitte an:

info(at)4family.ch