
Hast du deinen Grundvorrat bereits angelegt? Es klingt natürlich nicht sehr verlockend, eine Zeit lang nur von Wasser, Weizenkörnern, Linsen, Zucker und Salz zu leben. Deshalb folgen hier ein paar Tipps, wie du die Basis kulinarisch aufwerten kannst.
Wozu noch mehr im Keller stapeln?
Der Grundvorrat hat nur den Zweck, dich und deine Familie in Notfällen am Leben zu erhalten. Der erweiterte Vorrat soll den Grundvorrat für drei Monate sinnvoll ergänzen. Sinnvoll bedeutet:
- mit allen Nährstoffen, die der Körper braucht, um gesund zu bleiben
- schmackhaft, also mit Lebensmitteln, die alle Familienmitglieder mögen
- abwechslungsreich, damit ihr auch Spass am Essen habt
- gut kombinierbar wie Spaghetti, Tomatensauce und Käse
- für längere Zeit haltbar und lagerfähig
- mit genügend Speisen, die auch ohne Kochen oder Backen verzehrt werden können
- mit ein paar Leckerbissen, die nicht unbedingt gesund sein müssen, aber die Stimmung heben.
Die drei wichtigsten Regeln für den 3-Monats-Vorrat lauten
- Rotieren
- Rotieren
- Rotieren.
Die Lebensmittel sollen nämlich nicht jeweils 3 Monate aufbewahrt und dann entsorgt, sondern in den täglichen Speiseplan integriert werden. Deshalb ist es auch wichtig, herauszufinden, was die Familie gern isst. Mach dir lieber innerhalb von einem Vierteljahr Notizen über eure Essgewohnheiten, als die Einkaufsliste von einer der vielen Internetseiten zum Thema Vorrat abzuschreiben. Sonst läufst du Gefahr, auf den Speisen sitzen zu bleiben, weil niemand sie essen mag.
Gesundheitliche Probleme?
Vielleicht leidet ja auch eines deiner Familienmitglieder an einer Lebensmittelallergie. Es gibt immer mehr Menschen, die Weizen und/oder Milchprodukte nicht vertragen. Wenn du nicht sicher bist, lasst euch von einem Arzt oder Heilpraktiker testen. Stell dir vor, du hast 100 kg Weizen und 50 Pakete Spaghetti im Keller und erfährst dann zufällig, dass deine Kopfschmerzen durch Weizen ausgelöst werden! Nicht so gut. Dabei gibt es viele schmackhafte Alternativen. Die meisten Weizen-Allergiker vertragen Dinkel (eine Urform des Weizens, im Geschmack ganz ähnlich) oder Roggen. Du kannst die Liste der Kohlehydrate auch gut mit Reismehl, Maismehl, Buchweizenmehl usw. erweitern.
Reihenfolge der Einkäufe
Fällt es dir aus finanziellen Gründen schwer, für drei Monate im Voraus einzukaufen? Dann fange mit einem Teileinkauf an, so wie es dir möglich ist ? also z. B. in diesem Monat mit Vorrat für zwei Wochen, im nächsten Monat für weitere zwei usw. Dann bist du nach einem halben Jahr so weit. Dein erweiterter Vorrat ist angeschafft. Ab sofort gibt es keine Extraausgaben mehr, weil du wöchentlich nur ersetzt, was verbraucht wurde.
Das etappenweise Einkaufen hat noch einen praktischen Vorteil ? die Lebensmittel haben nicht alle das gleiche Verfallsdatum.
Reihenfolge beim Verbrauch
Ganz einfach nach dem Prinzip, wie in Supermärkten die Regale eingeräumt werden. Die frische Ware wird ganz nach hinten gestellt, und bei deinem ?Einkauf? im Vorratskeller wählst du die Ware, die ganz vorn im Regal steht. Bewahre im Regal immer einen Einkaufszettel auf, auf dem du notierst, was verbraucht wurde und nachgekauft werden muss. Dafür kannst du dir auch eine Liste mit allen Lebensmitteln am Computer erstellen. Auf dem Ausdruck musst du bei der Entnahme dann nur noch Striche hinter dem jeweiligen Produkt machen.
Mögliche Warenarten
Milchprodukte (Kondensmilch, Milchpulver, Hartkäse), Fleisch und Fisch (getrocknet, geräuchert oder in Dosen), Früchte und Gemüse (Hülsenfrüchte und sonstige Sorten, die sich trocknen, dörren, einlegen oder kondensieren lassen), Kartoffeln (ganze Kartoffeln dunkel lagern, Kartoffelflocken oder -mehl), Brot (Zwieback, Knäckebrot), Getreideprodukte (Mehl, Reis, Haferflocken, Teigwaren + Trockenhefe), Brotaufstrich (süss wie Konfitüre und Honig oder herzhaft wie Thunfisch-, Leber- oder Sojapaste aus der Tube), Zucker und Süssstoff, Fette und Öle, Gewürze (sie halten fast ewig und sind besonders wichtig, um Abwechslung in den Speiseplan zu bringen), Getränke (Mineralwasser, Fruchtsäfte zum Verdünnen mit Wasser, Kakaopulver, Kräuter- und Früchtetee), eventuell ein paar beliebte Fertiggerichte und Suppenkonserven, ausserdem nach Bedarf Babynahrung, Diätverpflegung und Tierfutter (die Haustiere sollen uns ja im Notfall nicht den Proviant wegfuttern).
Diese Liste dient nur als Denkanstoss. Der erweiterte Vorrat wird bei jeder Familie anders aussehen.
Aufbewahrung
Auf jeden Fall dunkel, kühl und trocken. Jedes einzelne Produkt muss gut verpackt sein, damit es nicht von Schädlingen wie Mäusen, Motten und Käfern befallen oder bei Wassereinbruch durchweicht wird. Auch sollten Geruch und Geschmack eines Lebensmittels sich nicht auf andere übertragen können. Ihr werdet euch sicher schütteln, wenn sogar die Schokolade nach geräuchertem Schinken schmeckt, oder alle Trockenfrüchte nach Earl Grey, oder die Teigwaren nach Himbeeraroma usw. Es gibt verschiedene Methoden der Lagerung. Wähle z. B. entweder ein grosses übersichtliches Regal, mit Regalauflagen, die nach vorn leicht schräge stehen (hierbei ist die Auflistung der entnommenen Artikel sehr wichtig), oder besorge dir drei dicht verschliessbare Tonnen oder rechteckige Boxen, die jeweils mit dem Vorrat für einen Monat gefüllt werden. Warum wird nicht jede Tonne jeweils mit einer anderen Lebensmittelkategorie gefüllt, also Mehl zu Mehl und Frucht zu Frucht? Stell dir vor, es gibt eine Naturkatastrophe. Du kannst nur eine Tonne retten ? und sie enthält nichts als Salz!
Zusatzmaterial
Geräte zum Verschweissen von Folien, zum Vakuumieren, Dörren und Einwecken, Campingkocher um bei Stromausfall Speisen zubereiten zu können.
Familienaktivität
Führt doch an einem Familienabend zu Anfang des Monats einmal einen Kochwettbewerb durch. Wenn deine Familie sehr klein ist, kannst du dazu ja noch ein oder zwei Familien aus der Nachbarschaft einladen. Bilde 4-er-Kochgruppen, die jeweils aus dem Monatsvorrat ein Menü für 4 Personen zaubern. Beim anschliessenden gemeinsamen Schlemmen werden Punkte für Einfallsreichtum bei neuen Gerichten vergeben, für die Menüzusammenstellung, die Dekoration und das Geschmackserlebnis.
Jetzt kann ich nur noch sagen: ?En guete? oder auf Hochdeutsch ?Guten Appetit?.
Bitte maile deine Tipps zum Thema Vorratshaltung an:
info(at)4family.ch
