
- Christiane (47), Erich (58), Lukas (18), Marius (15), Silvan (13) und Valentin (11)
Familie Lauener aus Hirzel:
Christiane, Erich, Lukas, Marius, Silvan und Valentin
Interview
Für das Gespräch an diesem strahlend schönen Sommertag machten Christiane, Valentin und ich einen ausgedehnten, anstrengenden (weil steilen) Spaziergang auf dem Hirzel (dem Wohnort der Familie).
4family: Wie bist du aufgewachsen?
C: Bis zum Alter von 2 Jahren lebte ich in Kanada, da meine Mutter Kanadierin ist. Der Vater stammt aus unserem Land und sie lernten sich in Kanada kennen. Dann fand er eben eine Anstellung in der Schweiz. Unsere Familie lebte sehr, sehr bescheiden. Wir bewohnten noch eine Einzimmerwohnung, als schon vier Kinder da waren! Die Toilette befand sich ausserhalb des Hauses in einem separaten kleinen Gebäude. Mir ist wirklich rätselhaft, wie meine Eltern es geschafft haben, uns durchzubringen. Später kamen dann noch zwei weitere Geschwister dazu, aber da hatten wir bereits ein grösseres Heim. ...
Das Interview mit der Christiane Lauener führte F. Nebel
Link auf das ganze Interview für Juli 2010

Familie Bose aus Zürich:
Rownak, Lisa, Eva und Maria
Interview
4family: Hallo Rownak. Herzlichen Dank dafür, dass du bereit bist, mit 4family dieses Gespräch über deine Familie zu führen. Ich bin auf dich gekommen, weil ich vernahm, dass du als so genannter “Hausmann“ tätig bist. Vielleicht können wir gleich damit beginnen und du erklärst uns, wie es dazu kam?
R: Ich lernte meine heutige Frau mit 30 kennen. Sie studierte damals Umweltnaturwissenschaften (wie ich einige Jahre zuvor), nachdem sie die Matur auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt hatte. Als Eva zur Welt kam, hat meine Frau Lisa ihr Studium unterbrochen und ich habe weitergearbeitet. Als Eva in die Krippe kam, hat sie das Studium wieder aufgenommen. Wir hatten eine Art “Deal“ dahingehend, dass sie damals studieren konnte, und ich für den Unterhalt sorgte; irgendwann würde sie arbeiten und ich würde "mein Ding" machen können.
4family: Ihr habt euch also darauf geeinigt, dass jeder sich in einer gewissen Phase verwirklichen konnte?
R: Ja. Ich möchte aber betonen, dass uns in diesem Zusammenhang der Beruf und die Karriere nicht als das einzig Wichtige vorkommt. Auch Zeit für sich zu haben und etwas Neues zu wagen, erscheint mir sehr wertvoll. ...
Das Interview mit der Rownak Bose führte F. Nebel
Link auf das ganze Interview für März 2010

Familie Stutz aus Niederweningen im Zürcher Unterland:
Tom , Anita, Sabrina (15) und Fabian (11)
Interview
4Family: Guten Tag Anita, Tom, Sabrina und Fabian. Es freut mich sehr, dass ich hier bei euch sein darf, um mit euch ein Gespräch zu führen.
Ihr arbeitet in einer ziemlich ungewöhnlichen Branche: Ihr betreibt eine Crêperie und seid damit auf den Märkten und Festen der Schweiz unterwegs. Wie kam es dazu?
Anita: Nun, bis vor fünf Jahren waren wir beide in unseren angestammten Berufen tätig: Ich im Tourismus, Tom in der Autobranche.
Meine Mutter hatte einen Stoffladen, den sie aufgab. So kam es, dass wir an einen Weihnachtsmarkt gingen und Tischtücher verkauften. Da spürten wir, dass dies etwas für uns sein könnte: Der Umgang mit den Leuten, die ganze Atmosphäre.
4family: Kann man sagen, dass ihr im jeweiligen Beruf ausgelaugt wart, oder war da einfach die Lust auf Neues?
Anita: Bei mir eigentlich gar nicht „ausgebrannt“, mir gefiel es gut in meinem Job.
Tom: Da war schon der so genannte „Alltags-Trott“, nach 17 Jahren in derselben Firma. Zudem überschritt ich gerade das Alter von 40 Jahren, was ja oft eine Zeit für Änderungen, für eine neue Phase sein kann… Ich war offen für etwas Neues, wusste aber nicht, was.
Im Jahr 2005 kam ein Kunde von mir, der seit 30 Jahren mit Knoblauchbrot auf den Märkten unterwegs war, und erzählte mir von einem Bekannten, welcher gesundheitshalber seine Crêperie abgeben musste. Wir überlegten uns dies gründlich und wussten mit der Zeit: Doch, das wäre etwas für uns.
Als wir es den Angehörigen und der Familie erzählten, wurden wir anfangs natürlich belächelt und „schief angeschaut“. Ich denke deshalb, weil wir im Begriff waren, sichere Jobs aufzugeben, gerade ein Haus gebaut hatten, zwei relativ junge Kinder (sechs und zehn Jahre alt) hatten.
Wir liessen uns aber von diesen Bedenken nicht abhalten.
...
Das Interview mit der Familie Stutz führte F. Nebel
Link auf das ganze Interview für Januar 2010

Marion Mühlebach (37), Schauspielerin / Sängerin & Curdin (1 ½) . Die Familie lebt in Wetzikon.
Interview
4Family: Wir haben uns vor ca. fünfzehn Jahren am Lehrerinnen – und Lehrerseminar in Zürich kennen gelernt. Wie lange hast du nach dieser Ausbildung eigentlich unterrichtet?
Marion: Nach der Matura habe ich das Lehrerpatent gemacht. Da war jedoch schon der Wunsch geboren, eine Schauspielschule zu besuchen. Während ihr euch für eine Stelle als Klassenlehrperson beworben habt, bemühte ich mich um einen Platz an einer Schauspielschule.
Ich unterrichtete aber immer wieder in Teilzeitpensen.
4Family: Ab 1996 hast du dann während dreier Jahre die berühmte und sehr anspruchsvolle Theaterschule Dimitri in Verscio im Tessin besucht. Was gab den Ausschlag dafür, dass du den künstlerischen Weg gewählt hast?
Marion: Ich wollte dort eine fundierte Ausbildung geniessen. An der Steinerschule wird seit jeher viel Theater gespielt, und ich hatte einen Lehrer, welcher dies sehr begeisternd und intensiv förderte. In meiner Kindheit hatte ich lange Jahre Ballett getanzt und hatte ...
Das Interview mit Marion führte F. Nebel
Link auf das ganze Interview für Oktober 2009

Gabriella Roner ist in Ungarn aufgewachsen. Bevor sie vor 16 Jahren in die Schweiz gekommen ist, war sie Dozentin für Geschichte und Geographie.
4Family: Gabriella, ich kenne dich schon seit einigen Jahren. Für mich bist du eine Mutter, obwohl du selber keine Kinder hast.
Gabriella: Der Kinderwunsch wird wohl für mich nicht in Erfüllung gehen. Mein Kopf weiss das. Aber da ich ja nicht nur mit dem Kopf funktioniere, kämpfe ich im Moment sehr.
4Family: Haderst du mit dem Schicksal?
Gabriella: Ich bin nicht traurig, ich bin nicht eifersüchtig auf Mütter. Ich weiss, dass ich auch ohne Kinder ein glückliches Leben führen kann. Darauf haben mein Mann und ich uns eingestellt. Aber es ist hart. ...
Interview mit Gabriella von Cornelia Gantner
Link auf das ganze Interview für Juni 2009

Markus-Andreas Bamert, 43 Jahre alt, Möbelschreiner aus Tuggen SZ. Er ist ledig und hat keine eigenen Kinder, aber im Quartier ist er der Spielplatz-Onkel - nicht nur für seine Nichte und seinen Neffen.
4Family: Du hast viele und recht breit gestreute Interessen. Womit hast du dich noch beschäftigt?
Andreas: Als ich vor ein paar Jahren arbeitslos war und sehr viele unzufriedene Menschen getroffen habe, wollte ich etwas für mich tun, mich mit meinen Problemen auseinanderzusetzen. Damals habe ich ein Jahr lang eine Fortbildung gemacht; Konfliktlösung & Dialog. Es hat mir geholfen, konfliktfähiger und beziehungsfähiger zu werden. Ein Jahr später habe ich dann mit Körperarbeit begonnen: mit Tanz und dem Kurs Bewegungspädagogik. Du musst es einmal bei Kindern beobachten, die du kennst. Die ganze Persönlichkeitsentwicklung ist mit Bewegung verknüpft. Gerade bei Kleinkindern ist es gut zu sehen. Über den Tanz und die Atemarbeit bin ich dann zum Singen gekommen. Bei einer Aufführung hatte ich eine Sängerin gesehen, bin anschliessend spontan auf sie zugegangen und habe sie gefragt, ob sie Unterricht gibt. Seitdem nehme ich regelmässig Stunden bei ihr. Und ich beschäftige mich mit gewaltfreier Kommunikation (siehe Buchtipp oben rechts).
4Family: Ist es deine spontane Art, die bei Kindern so gut ankommt?
Andreas: Vielleicht liegt es daran, dass ich mit meiner spontanen Art den Kindern gegenüber sehr direkt und ehrlich bin. Und so wissen die Kinder ganz klar, woran sie an mir sind, und dass ich ihre Grenzen immer respektiere und auch meine klar setze. Sie erkennen, dass ich respektiert werden möchte, und auch ihnen mit Respekt begegne. Ich lebe es vor, wenn ich das Kind als Persönlichkeit respektiere, auch wenn ich einmal mit seiner Verhaltensweise nicht einverstanden bin.
Interview mit Markus-Andreas von Gert-Christian Südel
Link auf das ganze Interview für Mai 2009

Sabine Rohrer (33, Betriebsdisponentin) ist Zwillingsmami von Nina & Steffi (Jahrgang 2007) und Ehefrau von Roger (33, Betriebsmechaniker). Die Familie lebt in Alpnach Dorf, Kanton Obwalden.
Sabine hat ihre Arbeit bei der Bahn aufgegeben, um ganz für die Kinder da sein zu können.
4Family: Welche praktischen Tipps waren hilfreich?
Sabine: Ein Tipp war z. B., ein Tuch unter die Kinderstühle zu legen, das man nach dem Essen nur ausschüttelt und alle 2 Tage wäscht. Dadurch spare ich mir viel Zeit beim Putzen.
4Family: Und welche Idee hast du neu entwickelt?
Sabine: Ich habe auf alle Schranktüren, die die Kinder öffnen dürfen, einen roten Punkt geklebt. Dadurch weiss auch mein Mann, was sie ausräumen dürfen und was nicht. Fremde Kinder, die zu Besuch kommen, lernen es auch sehr schnell, und ich kann mit meinen Kindern unbesorgt Besuche machen. In fremden Wohnungen gibt es keine Schranktüren mit roten Punkten, also gehen sie nicht an die Schränke.
4Family: Du hast kurz vor der Geburt aufgehört zuarbeiten.
Sabine: Ja, denn ich möchte ganz für die beiden Mädchen da sein. Ich kenne viele Mütter, die wieder arbeiten gehen. Das könnte ich nicht. Ich bin eher die Ausnahme. Aber mir ist die Zeit mit den Kindern wichtig, solange sie noch klein sind. Es ist eine grosse Aufgabe, die aber auch grosse Freude bringt. Es ist nicht streng, Zwillingsmutter zu sein. Allerdings geniesse ich es auch, wenn die eine mal längerr schläft und ich mit der anderen allein bin. Dann schmusen wir ganz in Ruhe mit einander. Und es ist eine Erleichterung, dass ich nicht immer mit einem Ohr bei der anderen sein muss, sondern mich ganz auf ein Kind konzentrieren kann.
Interview mit Sabine von Gert-Christian Südel
Link auf das ganze Interview für April 2009

Carole Erny-Galvagno (39), Ergotherapeutin, David Galvagno-Erny (37), Bauingenieur,
Nora (3 ½) und Yaro (1).
Die Familie lebt in Sachseln, Carole und David teilen sich die Arbeit mit den Kindern. Jedes Elternteil ist in der Woche jeden zweiten Tag ganz für die Kinder da.
4Family: Was unternehmt ihr am Beziehungsabend?
Carole: Je nach Energie. Wenn wir viel Kraft haben, öffnen wir unsere Schatzkiste mit Impulskarten. Darauf geht es um Beziehungsthemen, über die wir uns austauschen. Wenn wir müde sind, sehen wir uns eher ein DVD an (wir haben keinen Fernsehanschluss) und halten vielleicht nur Händchen. An einigen Abenden lesen wir einander auch etwas vor oder schauen uns Dias an von unseren früheren Reisen. Gerne würden wir auch wieder mehr zu zweit raus gehen, z. B. für einen Spaziergang. Wir sind am Aufbauen der externen Betreuung (neue Babysitter), so dass wir mehr ausser Haus kommen und z. B. auch einmal ins Kino gehen können.
4Family: Was macht ihr gezielt als Familie zusammen?
Carole: Unser Familien-Highlight ist es, im Wald Essen zu kochen. Die Kinder helfen dann beim Holz sammeln und Feuer machen. Wir haben diesen Winter schon 4 Mal draussen gekocht und gegessen. Wir spielen dann noch Verstecken mit den Kindern oder Laufen etwas. Wir sind gern in der Natur. Im Sommer gehen wir auch gern zum Baden an den See.
Der Sonntag ist auch grundsätzlich ein Familientag bei uns.
Interview mit Carole von Gert-Christian Südel
Link auf das ganze Interview für März 2009

Denise (41), Tierärztin und Teamtrainerin (Arbeit mit Therapiehund), Thomas (42) im Finanzbereich tätig, Sohn Daniel (11), Tochter Caroline (10), die Hunde Taranis (6), Pyrenäen-Berghund (ausgebildeter Therapiehund) und Waimea (1), Coton de Tulear und die beiden Birmakatzen Kelea (6) und Orlando (3).
Denise: Behinderte können mit Tieren sehr gut kommunizieren, weil sie keine Erwartungshaltung haben.
Tiere können viel schenken. Körperkontakt ist so wichtig! Alte Menschen können im Kontakt mit dem Hund Liebe schenken. Sie können es nicht mit mir machen, aber bei einem Hund öffnen sie sich.
4Family: Woher weisst du in jedem Fall, was du mit dem Hund machen musst?
Denise: Ich hatte keine Erfahrung mit alten Leuten, aber Taranis wusste, was er zu tun hatte. Und bei Spastikern zuckt er nicht einmal zusammen, wenn sie plötzlich zucken oder aufschreien. Es war Teil seines Trainings als Therapiehund, das zu lernen. Es ist auch richtig Arbeit für ihn. Mehr als die 1 bis 2 Stunden pro Woche möchte ich ihm nicht zumuten.
4Family: Was hältst du davon, dass in Altersheimen vermehrt Katzen gehalten werden?
Denise: Beide profitieren davon; sowohl die Bewohner als auch die Katzen. Ich habe vor mehreren Jahren auch einen Dokumentarfilm über ein Heim gesehen, das die unterschiedlichsten Tiere für die Bewohner angeschafft hat. Es war berührend zu sehen, wie sie mit einander umgegangen sind und wie lebendig und liebevoll die Atmosphäre war, die in diesem Heim herrschte.
4Family: Gibt es nie Konflikte mit dem Pflegepersonal oder Angehörigen?
Denise: Nein. Das Pflegepersonal hat zwar zum Teil Angst vor Hunden, aber ich weiss es ja und gehe ihnen mit Taranis deshalb aus dem Weg. Die Angehörigen reagieren positiv. Eine Frau hat sich nach dem Tod ihrer Mutter noch einmal bei mir bedankt und gesagt, dass sie unsere Arbeit sehr geschätzt haben.
Interview mit Denise von Gert-Christian Südel
Link auf das ganze Interview für Februar 2009

Sandra Kehrli (32), Sportlehrerin und Ronald Bosker (40), Physiotherapeut aus Holland mit seinem Sohn Alwin (14). Sandra & Ronald sind mehrfache Schweizer Meister im Eisschnelllauf und führen gemeinsam die Firma TEW Schöftland GmbH, die das Ziel hat, mit verschiedenen Methoden die Selbstheilungskraft der Patienten zu mobilisieren.
4Family: Was ist euch bei der Erziehung von Alwin wichtig?
Sandra: Wir sprechen uns extrem ab. Und wir reden sehr viel über Alwin: wie wir ihn unterstützen können und wo er selbst durch muss.
Ronald: Er muss natürlich auch lernen, Verantwortung für sich zu übernehmen.
Sandra: Er muss die Konsequenzen tragen.
Ronald: Wir haben bei der Erziehung eine klare Linie und machen Alwin nicht abhängig von uns.
Sandra: Bisher gab es keine grösseren Konflikte, nur die normalen Auseinandersetzungen wie z. B. das Übernehmen von Ämtli (Aufgaben im Haushalt) usw. Wir haben uns immer zu Dritt zusammen gesetzt, wenn einer von uns etwas besprechen wollte. Das kann von Ronald oder mir, aber auch von Alwin ausgehen. Jeder sagt dann seine Meinung und wir finden gemeinsam eine Lösung. Ronald und ich dachten z. B. Alwin könnte sein Taschengeld verdoppeln, wenn er regelmässig das Rasen mähen übernimmt. Seine Abneigung gegen diese Arbeit war jedoch grösser als der Wunsch nach mehr Taschengeld. Also haben wir diese Regelung wieder abgeschafft und der Rasen wird von demjenigen gemäht, der gerade Lust und Zeit hat. Alwin hat es auch schon freiwillig übernommen.
Alwin: Dieses Jahr schon zwei Mal!
Interview mit Sandra, Ronald und Alwin von Gert-Christian Südel
Link auf das ganze Interview für Januar 2009

Heike Gehlert-Stuckert (46), gelernte Physiotherapeutin, seit 1992 Heilpraktikerin für Psychotherapie und Helmut Stuckert (45), Seminarhausleiter und -koch betreuen gemeinsam ihre Kinder Johanna (6), Ben (4) und Paula (2). Sie wohnen in Bruchköbel (Grossraum Frankfurt a. M.).
4Family: Wolltet ihr immer schon Kinder haben.
Heike: Mit 15 wusste ich schon, dass ich Kinder will. Deshalb habe ich nach dem Gymnasium auch nicht studiert. In meiner Klasse war eine Mitschülerin, die die Zukunft sehr negativ gesehen hat und meinte, es wäre unverantwortlich, Kinder in die Welt zu setzen. Damals habe ich mit meiner Oma darüber philosophiert. Sie meinte: ?Was soll denn das? Wir haben unsere Kinder im Krieg gekriegt. Es geht immer weiter:? Auch mein Vater meinte später, dass der Kinderwunsch nicht von der finanziellen Lage abhängig gemacht werden darf. Entscheidend wäre der Kinderwunsch. Alles andere würde sich dann schon ergeben.
Ich denke, nicht nur Mann und Frau allein entscheiden. Es gibt noch eine dritte Instanz, die Seele des Kindes, die entscheidet ob sie kommen will, die sagt: ?Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.?
Helmut: Bis 35 wollte ich definitiv keine Kinder. Auch meine damalige Partnerin nicht. Ich ging damals mit einem Freund zum Arzt, weil wir uns sterilisieren lassen wollten. Nach einem Vorgespräch wurde uns 9 Tage Bedenkzeit eingeräumt. In dieser Zeit vollzog sich in mir der Wandel. Auslöser war der Gedanke an die Endgültigkeit. Und plötzlich wurde der Kinderwunsch in mir stark. Ich nahm, den Termin also nicht wahr. Dieser Wandel führte mit der Zeit auch zur Trennung von meiner damaligen Partnerin. Mit Heike bin ich jetzt 9 Jahre zusammen und 7 Jahre verheiratet.
Interview mit Familie Gehlert-Stuckert von Gert-Christian Südel
Link auf das ganze Interview für Dezember 2008

Ethan Wood, 40 Jahre alt, Produktentwickler, wurde von seiner Firma in Minnesota, USA, für ein paar Jahre in die Schweizer Filiale versetzt. Er wird 2 bis 5 Jahre in Zug verbringen, mit seiner Frau Stacie (38 Jahre, Kleinkinderzieherin), Sohn Tanner (10) und Tochter Lindsey (4).
4Family: Stacie, du arbeitest nicht mehr, seit die Kinder da sind.
Stacie: Ja, und so lange wir in der Schweiz leben, werde ich auch zuhause bleiben. Lindsey braucht noch viel Zuwendung. Mein grösster Job ist zurzeit Deutsch zu lernen, um hier im Land zurecht zu kommen, die Kinder zu betreuen und den Haushalt zu managen.
4Family: Habt ihr einen speziellen Rat für andere Eltern?
Ethan: Nein, das haben wir nicht. Mit Tanner habe ich oft lange Autofahrten gemacht, ihm verschiedene Orte gezeigt und mit ihm geredet, ich habe mit ihm klassische Konzerte und Baseball-Spiele besucht; wir nehmen uns einfach sehr viel Zeit für die Kinder.
Interview mit Familie Wood von Gert-Christian Südel
Link auf das ganze Interview für November 2008

Alexandra (39), Hotelfachfrau mit Auslandserfahrung (Wallis, Schweiz) und allein erziehende Mutter von Alessandro (4) im Münsterland (D), arbeitet wöchentlich jeweils ein paar Stunden im Service, als Taxifahrerin und ist Stammesmutter im Online-Spiel "Die Stämme".
4Family: Kriegt dein Sohn genügend Vitamin N (= das Wörtchen Nein)?
Alexandra: Er kriegt es. Vielleicht nicht genügend, aber ich achte darauf, dass es Verbote gibt, die auch eingehalten werden müssen. Ich will schliesslich keinen kleinen Tyrannen. Wovon er aber auf jeden Fall genügend bekommt, das ist Körperkontakt. Ich knuddel unglaublich gern mit ihm.
4Family: Welchen Wert hat für dich die Familie?
Alexandra: Im Familienverbund kann man sich gegen negative Einflüsse gut zur Wehr setzen. Es gibt viel zu viele Scheidungen. Ehepartner sollten versuchen, an einander festzuhalten und nicht immer nach links und rechts zu gucken. Probleme von aussen sollten Partner zusammenschweissen. Manchmal würde ich gern mit einem Mann ausgehen oder ins Kino gehen. Wenn es klappt, hätte ich gern einen Partner für den Rest des Lebens. Aber so einfach ist das nicht.
Interview mit Alexandra von Gert-Christian Südel
Link auf das ganze Interview für Oktober 2008
Renate (43) am Telefon mit der heilpädagogischen Sonderschule. Ihr Pflegesohn Steven (12) benötigt nach den Sommerferien noch mehr Kleider. Steven kam im Alter von einem Jahr zur Pflegefamilie. Im Alter von 2 Jahren hatte er den ersten epileptischen Anfall. Lies hier über die Freuden und Leiden einer Pflegemutter?
4Family:Renate, wie erlebst du den Alltag mit deinem Sohn Sascha (18) und dem Pflegesohn Steven (12):
Renate: Sascha ist im 3. Lehrjahr als Forstwart. Gerade heute Morgen hat er beim Weggehen etwas vergessen. Ich rief ihn an und er sagte zu mir: ?Mutter, das ist halb so schlimm ? reg dich nicht auf?. Er nimmt es cooler als ich und schlägt sich gut durch, der Beruf gefällt ihm.
Steven war während der 5 Wochen Sommerferien bei uns zu Hause. Er braucht viel Bewegung, spielt gerne Fussball (im Garten ist ein grosses Trampolin zu sehen). Er ist gern in der Badi, macht vom Sprungbrett den Köpfeler und den Salto. Weil man nie weiss, wann er einen epileptischen Anfall hat, bin ich immer um ihn herum und beobachte ihn, besonders in der Badi. Er könnte schnell ertrinken. Beim Reiten könnte er vom Pferd fallen. Ich versuche immer da zu sein, aber ich muss ihn auch in Gottes Hand geben. Ich muss lernen, los zu lassen.
Interview mit Renate von Margareta Hofmann
Link auf das ganze Interview für September 2008

Hitsch und Käthi Bolt berichten über die Nacht, als Hitsch im Alter von 56 Jahren einen Hirnschlag erlitt und sich ausserhalb seines Körpers befand. Dieses Ereignis riss ihn mitten aus dem Berufsleben. Wie das Ehepaar mit den Folgen umgeht, kannst du im Interview lesen.
4Family: Käthi, wie hast du diese Nacht erlebt?
Käthi: Ich wusste, ich muss sofort handeln und gab meinem Mann einen Segen. Ich wollte vorwärts schauen, es war schlimm genug, dass ich meinen Vater früh verloren hatte. Ich wollte Hitsch dabehalten unter Einsatz meiner ganzen Liebe und meines Glaubens. Die Sanitäter kamen und stellten fest, dass das Herz noch schlägt und gaben Sauerstoff. Wir fuhren mit Blaulicht ins Unispital. Dort musste ich wohl eine Stunde warten, konnte nicht bei Hitsch sein. Dann endlich wurde ich geholt. Er hatte nach mir gerufen und sich gewehrt, in die Röntgenröhre zu gehen, weil er unbewusst meinte, man wolle ihn in den Sarg sperren (wie er mir später sagte). Ich hatte gespürt, dass mein Mann meine Nähe gebraucht hätte, das hätte ihm Sicherheit gegeben. Ich liess die ganze Zeit über in meinem Kopf und Denken nicht zu, dass er stirbt. Ich hielt ihn also mit meiner ganzen Kraft fest.
Interview mit dem Ehepaar Bolt von Margareta Hofmann
Link auf das ganze Interview für August 2008

Ingrid, 47 mit ihrer Tochter Connie, 24. Ein Chromosomenfehler liess Connie behindert zur Welt kommen. Mit welchen Gedanken, Gefühlen und Strategien gelingt es der Mutter, das Leben zu meistern? Wagten die Eltern das Risiko, weitere Kinder zu bekommen? Hielt die Ehe der Belastung stand? Lies weiter?
4Family: Connie heute?
Ingrid: Heute ist Connie 24 Jahre alt, 140 cm gross, 55 kg schwer und entspricht körperlich und geistig einem 8-10-jährigen Kind. Mit 18 Jahren wechselte sie auf eigenen Wunsch in ein Wohnheim. Dort lebt sie, lernt sie, arbeitet sie. Vor allem malt sie. Ihre Bilder und Karten werden mit viel Erfolg verkauft. Sie gewinnt Preise, macht Ausstellungen, sie ist erfolgreich mit ihrer Kunst.
Als sie auszog, weinte ich wochenlang, für mich brach eine Welt zusammen. Ich besuche sie jeden Donnerstagnachmittag. Es ist für mich wichtig zu wissen, wie es ihr geht.
Kontaktaufnahme über www.4Family.ch möglich.
Interview mit Ingrid von Margareta Hofmann
Link auf das ganze Interview für Juli 2008

Interview für Juni 2008.
Job-sharing im Lehrberuf. Beat u. Kathrin Burri-Zimmermann teilen ihr Leben gemeinsam ein: sie teilen sich die Arbeit um die Kinder, den Haushalt, den Broterwerb und den ehrenamtlichen Kirchendienst. Wohnort: Rüschegg-Heubach BE, Arbeitsort: Schule Worb Mittelstufe. Beat und Kathrin Burri sind 47 und 43, Damaris 18, Melinda 14, Saphira 3 Jahre alt.
4Family:
Ihr lebt keine klare Rollentrennung. Es besteht eine Arbeitsteilung bei der Kinderbetreuung, Hausarbeit und Beruf. Also eine Mischform. Warum?
Beat Burri:
Ich muss lachen, wenn meine Lehrerkollegen zu mir sagen: ?Oh, du hast frei...!? Dann hätte ich Lust zu erklären, wie das wirklich aussieht: ?Ja, ich habe frei für Haushalt und Kinder, Windeln und Kehricht, kochen, Fadenspulen aus dem Geschirrspüler fischen, usw...?. Wenn ich nach zwei Stunden Gartenarbeit dann dafür zwei Stunden die Stube aufräumen muss, weil die Kleine in der Stube beschäftigt war?.oder wenn ich schnell am Computer arbeiten will ? genau dann schlägt das Töchterchen den Kopf an und schreit. Ausserdem hat sie den USB-Stick verschleppt?niemand weiss wohin?.
Kathrin Burri:
Beat erlebt das Familienleben richtig mit ? er muss sich von mir nicht alles erzählen lassen. Er ist zu Hause, wenn die pubertierende Tochter am Mittag heimkommt und ihren Frust über die blöden Lehrer an ihm auslässt.
Interview mit Familie Burri von Margareta Hofmann
Link auf das ganze Interview für Juni 2008

Interview für April 2008.
Hana Heizmann, geb. 1957. Drei erwachsene Töchter, ein Enkelsohn Lars. Geschieden. Gläubig und konfessionell unabhängig. Aufgewachsen in der damaligen Tschechoslowakei, jetzt wohnhaft im Kanton Aargau. Eigenes Studio für Gymnastik und Massagen.
4Family: Liebe Hana. Du bist in der damaligen Tschechoslowakei aufgewachsen.
Hana: Ja, im Dorf Nachod bei der polnischen Grenze, 150 km. östlich von Prag. Religion war nirgends ein Thema. Auch nicht in der Schule, das kommunistische Regime hatte den Religionsunterricht gestrichen. Als Kind fiel mir jedoch auf, dass es Kirchen gab.
Meine Grossmutter hatte ein Jesus-Bild an der Wand. Ich fand das Bild zu dunkel und es machte mir Angst.
Meine Mutter ist gegangen, als ich 9 Jahre alt war. Mein Vater sagte mir immer: ?Wenn Du stirbst, gibt?s nur Asche, nichts mehr.? Aber ich hatte oft das Gefühl, wie wenn meine Mutter da wäre. Ich wusste, es musste noch etwas anderes geben. Auch wenn ich dadurch ausgelacht wurde.
4Family: Wie und wann bist du in die Schweiz gekommen?
Hana: Ich kam mit 24 Jahren in die Schweiz. Zusammen mit meinem Mann und den 3 kleinen Töchtern. Es war eine Flucht, wir kamen als politische Flüchtlinge. Unser Regime empfand ich als schrecklich. Eine Diktatur, die Angst machte. Man konnte auch nicht frei reden ? überall Kontrolle. Wir liessen uns nieder, mein Mann fand Arbeit.
Am Sonntag und nachts begannen meine Gedanken ins Jenseits zu gehen. Ich suchte Gott. Aber ich wurde gebremst wegen der atheistischen Einstellung meines Mannes. Er konnte damit nichts anfangen, er hat mich belächelt. Auch unsere damaligen Freunde.
1986 traf ich eine gläubige Frau. Es war ein Gespräch an einer Bar. Ich offenbarte ihr, dass ich heimlich an Gott glaubte. Wir waren beide dankbar, dass wir uns über unseren Glauben austauschen konnten. Ich zeigte ihr als Zeichen für meine innere Entscheidung ein Kreuz, das ich um den Hals trug. Sie sagte: ?Es ist nicht nötig, eine Kreuz zu tragen. Man kann Jesus Christus auch im Herz tragen.? Da war ich enttäuscht, dass mein Mut nicht wertgeschätzt wurde.
Interview mit Hana von Margareta Hofmann
Link auf das ganze Interview für April 2008

Interview für März 2008.
Familienbild.
Stefan, 35 Jahre, Dunja, 35 Jahre, Naïma, 7 Jahre mit Brüderchen Maël, 10 Monate.
4Family: Nach der Geburt kämpfte Dunja mit postnataler Depression. Wie waren die Symptome?
Dunja: Die körperlichen Symptome waren Entzündungen. Blasenentzündungen, Brustentzündungen mit hohem Fieber und mir fielen monatelang die Haare büschelweise aus. Die psychischen Symptome: Ich fühlte mich lustlos, traurig, abgelöscht, antriebslos, schwach, aggressiv. Ich war wütend darüber, dass ich überhaupt schwanger geworden war. Ich wurde sozial leicht reizbar und fing an soziale Kontakte zu vermeiden. Die Monate gingen vorbei und es wurde immer heftiger, bis ich mir eingestehen musste, dass ich es mit zusammenreissen nicht schaffte.
Stefan: Ich habe mich nach der Geburt wahnsinnig über Maël gefreut. Ich habe von der Depression nichts bemerkt, bis Dunja mir davon erzählte. Schwierig waren ihre Gefühlsschwankungen. Ich war ihr Lieblingsmann und Minuten später der hinterletzte Mensch. Dunja forschte im Internet und gab mir Informationen zum Lesen. Ich habe dann versucht, mich an die Empfehlungen zu halten. Alles positiv sehen, Komplimente machen und aufbauen, nichts persönlich nehmen. Sie flippte wegen Kleinigkeiten aus und knallte die Tür. Ich gab mir Mühe, nicht mit ihr zu streiten, nicht mit ihr depressiv zu werden. Ich behielt die Hoffnung auf Stabilität und Ausgeglichenheit.
Interview mit Dunja und Stefan von Margareta Hofmann
Link auf das ganze Interview für März 2008

Interview für Februar 2008.
Remo (32 Jahre) und Nicole (34 Jahre) erzählen von ihrem Wunsch, ein Kind zu bekommen.
Eine vierjährige Geschichte durch psychische Höhen und Tiefen und durch eine Vielzahl medizinischer Behandlungen.
Feedbacks oder Fragen werden über die 4Family-Redaktion an Remo und Nicole weitergeleitet:
g.suedel(at)4family.ch
4Family: Das habt Ihr also gemeinsam geleistet, euch gegenseitig unterstützt. Und jetzt kommt die nächste Phase, die mit Spezialarzt in der Klinik.
Remo: Genau. Jetzt kommt die Phase, wo die Frau handelt und die Arbeit hat. Der Mann macht nur noch den Gang ins Kämmerlein.
Darum wartete ich, ob und wann Nicole dazu bereit wäre. Ich wollte sie auf keinen Fall bedrängen.
Nicole: Ich habe seit der Kindheit Angst vor Spritzen. Das hat mich am meisten abgehalten. Man muss sich für 3-4 Wochen täglich Hormone spritzen zu bestimmten Zeiten. Aber irgendwann war der Wunsch so gross: ?Jetzt probiere ich es wenigstens?. Wichtig war für mich die Information des Arztes, dass die Hormone psychische und körperliche Wechseljahr-Reaktionen auslösen können. Ich hatte X Untersuchungen, und jetzt war Remo derjenige, der MICH unterstütze.
Interview mit Nicole und Remo von Margareta Hofmann
Link auf das ganze Interview für Februar 2008

Interview für Januar 2008.
Studenten-Ehe ? Martin und Rebekka wollen heiraten.
Wir stellen uns vor: Rebekka Richter, 20 Jahre. Studentin Primarlehrerin an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Zofingen.
Martin Künzli, 23 Jahre. Student Bauingenieur an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Muttenz.
Neue Wohnung ab Heiratsdatum: Aarburg, Kt. Aargau
4Family: Warum heiraten und nicht einfach zusammenleben?
Rebekka: Zu heiraten bedeutet für mich, eine Verpflichtung einzugehen. Etwas zu versprechen ist verpflichtender als der Satz: ?Ich ziehe bei dir ein!? Bei der Variante ?heiraten? ist mir wohler als bei der Variante ?einziehen?.
Es heisst ja: ?In guten und in schlechten Zeiten?. Gut ist easy. Aber wenn es dann schwierig wird, verspricht der Ehe-Bund Sicherheit.
Martin: Ich hatte schon immer den Wunsch, irgendwann zu heiraten. Wenn ich Rebekka wirklich liebe, ist es für mich die logische Schlussfolgerung, sie zu heiraten und mit ihr einen Ehe-Bund einzugehen.
Interview mit Rebekka und Martin von Margareta Hofmann
Link auf das ganze Interview für Januar 2008


