Frauen für ihre Ehe oder die BeziehungsKulturRevolution

Öllampe

Als ausgebildete Familienbildnerin treffe ich immer wieder mal Frauen, die nach einer Verbesserung ihrer Ehe streben. Sagt man ihnen dann, was sie dazu beitragen können, ist ihr Interesse manchmal erstaunlicherweise schnell weg. Was sie oft  wirklich suchen ist ein Programm oder eine Person, die ihrem Mann klar macht, was er alles in seinem Leben ändern muss.


Nun, ich glaube an die Bibel als Wort Gottes

Und Jesus Christus lehrt uns darin, dass wir zu Beginn den Splitter aus unserem Auge entfernen sollen. Dann erst sehen wir gut genug, dass wir unserem Partner helfen können.
Dies ist ein faszinierendes „kehr zuerst vor deiner eigenen Türe-Programm“. Und es funktioniert. Jede Frau kann ihre Beziehung zu ihrem Mann verbessern, ohne dass er davon weiss! (Merken wird er es wohl bald!)
Wie ist das möglich? Indem du ganz spezielle Unterschiede zwischen Frauen und Männern kennen lernst und diese in deinem Umgang mit ihnen berücksichtigst.

Programmformat:

Jede Woche kommst du auf diese Website und liest die Kurzerklärung zu einem Thema. Am Ende davon findest du jeweils eine „Aufgabe“ für die kommende Woche. Wenn du diese Aufgabe ausführst, wirst du neue Gedanken und Erlebnisse haben. Diese kannst du in einem Diskussionsforum hier auf dieser Website austauschen, wenn du das willst. Du kannst auch Fragen stellen und so Meinungen anderer Programmteilnehmer dazu erfahren. Die Aufgaben werden nicht immer leicht fallen. Manchmal ist es unsere Kultur, das, was man in unserer Umgebung allgemein macht, was wie eine Hürde aussehen wird. Die Erfolge deiner Bemühungen sollten dich jedoch sehr bald überzeugen, dass sich deine Mühe und die Aufgabenerledigung lohnt. Wenn du gleich zu Beginn sehr erfreuliche Resultate deiner Bemühungen erlebst, kann es eine Versuchung sein, nicht mehr weiter daran zu arbeiten. Hör auch dann nicht auf und mache weiter. Es lohnt sich!

Programmgrundlage: 

In Genesis, erstes Kapitel Vers 27 steht „Gott schuf also den Menschen als Sein Abbild; als Abbild Gottes schuf Er ihn. Als Mann und Frau schuf Er sie." Wenn wir diese Worte überlegen erkennen wir, dass Gott eine Einheit von Mann und Frau sein muss. Wie sonst kann Er uns als Sein Abbild männlich und weiblich schaffen? Wir sind also als Seine Kinder hier mit Absicht männlich und weiblich.

In der Familienproklamation erfahren wir, dass wir als männliche und weibliche Kinder Gottes unterschiedliche Aufgaben haben (natürlich gibt es Situationen, welche individuelle Anpassungen erfordern). Der Mann soll vor allem für Schutz und Unterhalt sorgen, während die Frau in erster Linie für das Umsorgen und Erziehen der Kinder verantwortlich sein soll. In diesen Aufgaben sollen Mann und Frau gleichberechtigt zusammen arbeiten.

Welche speziellen Fähigkeiten helfen dem Mann, den Unterhalt für seine Familie zu erarbeiten? Er muss z.B. in der Lage sein, sehr konzentriert an einer Sache zu arbeiten. Er hat in seinem Job Projekte, welche seine Konzentration voll in Anspruch nehmen. Er muss nehmen können (z.B. Verkaufsgelegenheiten; Projekteaufträge, Einkommen). Männer sind dafür bekannt, dass es ihnen gewöhnlich schwer fällt, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Sie sind es gewöhnt zu nehmen. Ihre Hauptverletzbarkeit ist das Gefühl der Schande oder des Versagens.

Frauen hingegen brauchen für das Umsorgen und Erziehen von Kindern andere Fähigkeiten. Sie müssen in der Lage sein (und sie sind es auch gewöhnlich), mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Wenn ein Baby schreit während das Mittagessen auf dem Herd steht, kann sie keine der beiden Aufgaben vernachlässigen. Beides ist wichtig! Frauen haben auch gewöhnlich immer den Wunsch zu geben. Deshalb sagen Frauen manchmal: „Ich habe nichts mehr übrig. Ich habe so viel gegeben, ich kann nicht mehr!“ Diese Neigung zu geben ermöglicht optimales Umsorgen!
Die Hauptverletzbarkeit von Frauen sind Ängste (z. B. die Angst, verlassen zu werden, nicht ausreichend versorgt zu werden etc.). Männer hingegen werden von Gefühlen wie Ehrverlust am tiefsten getroffen. Es ist leicht zu sehen, wie ihre Ängste in ihm das Gefühl von Schande oder Versagen auslösen können (z. B.: Sie traut mir nicht zu, dass ich für sie und die Kinder sorgen kann / Ich bin als Vater nicht gut genug / Ich schaffe es nicht, sie glücklich zu machen, etc.).

Sein Empfinden von Ehrverlust wiederum nährt ihre Ängste (z. B.: Er könnte mich mit den Kindern sitzen lassen / Ich bin ihm nicht mehr gut genug – er redet gar nicht mehr mit mir etc.). Diese unterschiedlichen Verletzbarkeiten sind ein Segen und ein Fluch gleichermassen. Für den „natürlichen Menschen“ wirken sich diese Unterschiede als Fluch aus. Doch durch beständigen und persönlichen Einsatz können sich diese Unterschiede zu einer wunderbaren, Glück spendenden Energiequelle entwickeln.
 
Ein Absatz für (noch) alleinstehende Frauen: Es ist für dich oft schmerzhaft, allein inmitten von Paaren und Familien zu sein. Wenn du liest, dass in Gott weder der Mann ohne die Frau ist noch umgekehrt, dann bekommst du Sehnsucht nach diesem anderen Teil von dir. Das ist absolut nachvollziehbar, normal und gesund. Wir wurden im Abbild Gottes als Mann und Frau erschaffen. Wenn wir wie Er werden wollen, brauchen wir die Einheit von Mann und Frau. Und es ist meine beglückende Überzeugung, dass diese besondere Einheit letztlich niemandem vorenthalten werden wird. Deshalb ist es auch für dich wichtig, die wahren Grundsätze, die Mann und Frau zu einer glücklichen Einheit werden lassen zu lernen. Bei den Aufgaben dieses Programms steht manchmal ‚Ehefrauen’ und an anderen Stellen ‚Frauen’ (letztere Formulierung ist speziell für dich gedacht). Manchmal ist eine Unterscheidung nötig (z.B., weil du im Moment nicht an einer intimen Beziehung arbeiten musst). Versuche während der Woche, die jeweilige Aufgabe im Umgang mit den Männern in deinem Leben zu erfüllen (Mitarbeiter, Vater, Priestertumsführer, Bruder etc.). Wähle dafür auch Männer, für die du nicht besonders viel Achtung und Wertschätzung empfindest.

Wir Frauen können lernen, Männern mit aufrichtiger Achtung und Wertschätzung zu begegnen. Ich höre viele von Euch jetzt sagen: „Warum immer ich? Immer soll ich geben. Ich habe schon so viel in unsere Beziehung investiert – jetzt ist er einmal dran! Ich habe nichts mehr zu geben!“. Folgendes sind zwei Gründe, warum ich empfehle, eine weitere, wirksame Anstrengung zu unternehmen:

  1. Wenn Kritik, Nörgeln, Zurechtweisen, Blossstellen und ähnliche Taktiken etwas bringen würden, dann hätten wir alle längst perfekte Ehemänner. Diese negative Art des Umgangs schadet aber nur der Beziehung zwischen Mann und Frau, weil es ihn jeweils Schande erleben lässt.
  2. Männer haben einen sehr starken Ehrenkodex. Ein Mann, der sich geschätzt und geachtet fühlt, will in die Beziehung investieren. Wenn sich zwei Menschen in einander verlieben, fühlt sie sich bei ihm sicher und geborgen und er fühlt sich von ihr bewundert und geachtet. So bekommt jeder, was er am meisten braucht und ist glücklich. Und das kann in einer Ehe auch so bleiben!

Schon die Bibel belehrt uns:
„Was euch angeht, so liebe jeder von euch seine Frau wie sich selbst,
die Frau aber ehre ihren Mann.“ (Epheser 5:33).

Diskussionsgrundlage:

Jede Woche wird mit der konkreten Aufgabe auch eine Frage gestellt, als Anregung für dich, die erledigte Aufgabe zu reflektieren und/oder dich mit anderen Frauen über entsprechende Erfahrungen auszutauschen. Wie bist du mit der Aufgabe zurecht gekommen? Hast du eine Veränderung in der Beziehung festgestellt? Wie hat der Mann reagiert? usw.
Wenn du über deine Erfahrungen berichten möchtest, sende ein E-Mail an webmaster(at)4family.ch.

Von Caroline Gappmaier, B.S., CFLE
Nach Dr. Stosny, Dr. Emerson und Sarah Eggerichs

 

Wöchentliche Aufgaben:

Probe aufs Exempel und erste Aufgabe

Verhalten bei Konflikten: zweite Aufgabe

Wortlose gemeinsame Zeit: dritte Aufgabe

Achtung und Wertschätzung: vierte Aufgabe

Kritik-Zyklus durchbrechen: fünfte Aufgabe

Entschuldigungen: sechste Aufgabe

Achtungswörter: siebte Aufgabe

heilen statt verletzen: achte Aufgabe

Rollenspiel vor dem Spiegel: neunte Aufgabe

Der Fragebogen: zehnte Aufgabe

Sich mit ihm freuen und mit ihm träumen: elfte Aufgabe

Führung und Verantwortung: zwölfte Aufgabe

Unterschiedliche Meinungen: dreizehnte Aufgabe

Andere Stärken: vierzehnte Aufgabe

Freundschaftliche Aktivitäten: fünfzehnte Aufgabe

Sexualität: sechszehnte Aufgabe

Weitere Tipps für den Ausdruck für Wertschätzung

Buchquellen:

„Motivating your Man God’s Way“ von Dr. Emerson & Sarah Eggerichs
und „How to improve your marriage without talking about it“ von Dr. Patricia Love und Dr. Steven Stosny