Familienfragen. Aus der Einheit mit Vielfalt.

Abwertende Grenzverletzung in der Partnerschaft


Frage:

Im Alter von 35 Jahren habe ich gedacht, dass ich keinen Mann mehr finde. Dann kam ein ganz hübscher Mann Anfang 20 aus Bremen. Ich zog zu ihm. Es ist schön mit ihm, er ist zärtlich und fanasievoll.

Aber vor einem Jahr hätte ich ihn doch fast verlassen...

(4family Redaktion: Es folgt eine persönliche Schilderung von sexuell abwertendem Verhalten der Partnerin gegenüber mit Grenzverletzungen.)

Was soll ich tun? Wir lieben uns und er will mich auch heiraten.

Antwort:

In einer Partnerschaft gibt es naturgemäss immer wieder wichtige Entscheidungen zu treffen und Herausforderungen zu bewältigen. Zum Beispiel ist es manchmal gar nicht so einfach, die richtigen Grenzen zu setzen. Man liebt den Partner und will gerne, dass es ihm gut geht. Wenn das aber auf Kosten des eigenen Friedens und der eigenen Intimsphäre geht (körperlich oder bezogen auf unsere Gefühlswelt), wird eine wichtige Grenze überschritten. Liebe hat immer auch etwas mit Achtung zu tun – und achtungsloses Verhalten kann auf Dauer verheerende Auswirkungen auf dich haben. Auch wenn eine fantasievolle, freudige Sexualität, die für beide Partner passt, etwas Gutes ist, musst du auf deinen Körper und deine Seele aufpassen und es ist wichtig, dass du bestimmst, wo es dir zu viel wird.

Natürlich ist das leichter gesagt als getan – vor allem, wenn Angst vor dem Verlassenwerden und vor Einsamkeit mitspielt. Da geschieht es relativ schnell, dass man viel zu viel zulässt und dem Partner immer wieder neue Chancen auf einfühlsames Verhalten gibt, in der Hoffnung, dass es sich eines Tages schon bessern wird.

Solche sexuellen Männerphantasien machen die Frau im Empfinden des Mannes aber leider immer mehr zu einer Sache, über die man bestimmen und die man beliebig manipulieren kann, ohne Rücksicht auf Verluste, um den eigenen Lustgewinn zu steigern. (Oft gibt es einen Zusammenhang zu Pornographiekonsum.) Das Wichtigste, was du in dieser Situation tun kannst, ist, ganz klare Grenzen zu setzen, die dich und eure Beziehung schützen und diese auch durchzusetzen – selbst gegen den Willen deines Partners. Es kann sein, dass du Angst hast, dass er dich dann verlässt. Natürlich kann ich nicht sagen, ob das geschehen wird oder nicht. Was ich aber mit grosser Sicherheit sagen kann ist, dass das nur eine Frage der Zeit ist, bis er das tut, wenn du das zu befürchten hast. Denn dann geht es ihm nicht um dich als Mensch, sondern um deinen Körper. Wenn er dich nicht auch als Mensch respektiert und deine Wünsche im Bereich deiner persönlichen Würde völlig ausser Acht lässt, dann wirst du ihn spätestens verlieren, sobald ein anderer Körper ihm mehr sexuelle Befriedigung ermöglicht.

Es ist wichtig, dass du stark genug wirst, deinem Freund klar und deutlich „Nein“ zu sagen, wenn es für dich zu weit geht (und das spürst du klar) und auf diesem „Nein“ auch zu beharren. Wenn deinem Freund wirklich etwas an dir liegt, dann sollte er dich vor Blossstellung schützen und diese nicht noch selber bewirken!

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