Erbsensuppe...
(oder: Wie aus Gelberbsensuppe eine Käsefadensuppe wird)
An einem wunderschönen Abend zerbrach ich mir den Kopf darüber, was ich wohl am nächsten Tag auf den Tisch zaubern wollte. Wie üblich suchte ich zuerst nach Möglichkeiten, gesund, ausgewogen und fantasiereich zu kochen. Also durchstöberte ich den Vorratsschrank.
Dabei stolperte ich über die Gelberbsen. Ja, das wars! Die mussten nur eingeweicht werden und dann würde mir schon etwas dazu einfallen. Gedacht - getan, ich weichte sie ein.
Nun begann die Suche nach einem Rezept. Als geeignet empfand ich eine Suppe. Im Vorrat hatte ich Lauch, Zwiebeln, Karotten, Käse und Speckwürfeli. Croutons stelle ich sowieso immer selber her.
Im Glauben, eingeweichte Gelberbsen brauchten nicht mehr so lange zu kochen, weil sie ja eben gerade deswegen eingeweicht wurden, dämpfte ich Speckwürfeli, Zwiebeln und Lauch an, gab die gewürfelten Karotten dazu und löschte alles mit Bouillon ab. Nun war es an der Zeit, die Erbsen hinzu zu fügen und aus Vorsicht, nicht etwa weil ich es gebraucht hätte, las ich die Kochanleitung der Verpackung durch.
Nun erschrak ich doch etwas, als darauf stand, dass ich die Erbsen noch eine Stunde kochen musste. Schnell rechnete ich die übrig gebliebene Zeit durch, zählte einen Bonus dazu, weil die Kinder ja manchmal auch sehr langsam nach Hause liefen und beschloss, dass dies einfach reichen musste.
Sorgfältig achtete ich von nun an darauf, dass die Suppe auch immer richtig toll kochte. Das brauchte ziemlich viel Aufmerksamkeit und ich vergass Käsemöckli und Croutons.
Die Kinder kamen nach Hause. Unser Sohn rührte kritisch in der Suppe herum. Er kannte ja eigentlich alle Zutaten; als er aber herausgefunden hatte, dass das Gelbe darin keine Maiskörner waren, wurde er doch extrem kritisch.
"Mami, was isch das für e Suppe?"
Ich wusste, wenn ich jetzt antworte, dass das eine Gelberbsensuppe sei, wäre der Hunger sofort verschwunden und die Suppe hätte keinerlei Chancen, ausprobiert zu werden. Schwindeln wollte ich nicht, also stand ich auf mit der Entschuldigung, die wichtigste Zutat vergessen zu haben. Ich kramte einen Beutel Pizzamix-Käse hervor, im Wissen, dass dieser Käse Fäden ziehen würde und fragte die Kinder, ob sie bereit wären für eine Käse-Faden-Suppe.
Die Kinder waren voll begeistert und vergassen daraufhin die gelben Körner. Am Ende, als sie die Suppe als fein eingestuft hatten, verriet ich es ihnen. Nun mögen sie sogar Gelberbsensuppe, aber bitte nur mit Fadenkäse...
verschwunden...
Vor einiger Zeit suchte ich meine siebenjährige Tochter ziemlich lange, da sie - nicht das erste Mal - auf einmal verschwunden war.
Plötzlich tauchte sie, gemütlich spazierend, wieder auf. Ich fragte sie: "Wo hast du denn während der letzten halben Stunde gesteckt? Ich habe dich verzweifelt gesucht, denn niemand wusste, wo du bist !?!"
Sie antwortete ganz cool: "Doch, doch, ich wusste die ganze Zeit, wo ich bin !"
Mukis...
Unser siebenjähriger Sohn am Mittagstisch: "Mami, weisst du eigentlich, wieso ich so starke Mukis habe?" "Nein, weshalb denn, mein lieber Junge?"
"Weil ich doch mit dir immer ins MUKi-Turnen gegangen bin!"
Frau am Steuer (sagt eine Frau...)
Um es vorweg zu nehmen, ich bin keine gute Autofahrerin. Wirklich nicht. Als Stier-Geborene gehöre ich statistisch gesehen sogar zur schlimmsten Sorte. Aber wer glaubt schon Statistiken.
Immerhin schaffe ich die wichtigsten Strecken. Alles, was in Richtung Zürich liegt, ist für mich automässig aber unerreichbar und somit bin ich unendlich dankbar, dass es öffentliche Verkehrsmittel gibt.
Aber an diesem Tag sollte sich alles ändern. Endlich wollte ich meine Angst angehen und mit Unterstützung einer guten Kollegin nach Zürich fahren. Unser Ziel war der Vortrag zum Thema ?Erziehen mit Freude? von Nicole MacKenzie, welcher von 4family organisiert wurde und am Herbstweg 120 stattfinden sollte.
Ok, für geübte Autofahrer ist diese Adresse ganz locker zu erreichen, für mich aber war sie eine echte Herausforderung. Bereits am Vormittag druckte ich mir den benötigten Strassenplan aus, schrieb die Notfallnummer vom Veranstalter auf einen kleinen Zettel, welchen ich in meine Hosentasche steckte und gab die Zieladresse ins Navigationsgerät ein. Mein Portemonnaie und mein Handy legte ich griffbereit zum Autoschlüssel, damit ich diese enorm wichtigen Utensilien auf keinen Fall vergessen würde.
Den Rest des Vormittags verbrachte ich mit Hausarbeit, am Nachmittag war ich im Garten beschäftigt. Zu allem Überfluss begann es schon bald zu regnen und ich dachte mir Sorge an meine kommende Autofahrt.
Um 15.30 Uhr kamen unsere Kinder nach Hause. Der Regen wurde heftiger, doch jetzt verdrängte ich meine Gefühle einfach. Jedenfalls dachte ich das, aber die Kinder belehrten mich eines Besseren. Sie reagierten sofort auf meine unsichere Stimmung und waren kaum zu bändigen in ihrem Einfallsreichtum an dummen Ideen.
Damit die Zeit verging, begann ich in der Küche lauter sinnlose Sachen zu ordnen. Die Kinder begannen im Wohnzimmer damit, lauter unnötige Sachen zu erfinden, ebenfalls einfach nur damit die Zeit verging und ich nicht vergass, dass sie noch da waren. Endlich war es an der Zeit, das Nachtessen vorzubereiten. Ich hatte wieder etwas Konkretes zu tun und konzentrierte mich darauf. Die Kinder reagierten ebenfalls, setzten sich hin und begannen zu lesen, einfach so. Kein Streit, keine Hänselei, keine dummen Ideen mehr...
Mein Mann kam nach Hause, wir assen gemütlich miteinander, wobei eher die anderen 3 gemütlich assen, während ich meinen Teller in Windeseile leerte, um meine Zähne noch zu putzen, bevor ich los ging.
Während der Fahrt in Richtung Autobahn sass ich total angespannt hinter dem Steuer und musste mehrmals bewusst ein paar bestimmte Muskelgruppen entspannen, worauf ich hinter dem Steuer jedes Mal wieder mindestens 5 cm kleiner wurde. Alles in allem, ich überstand die Fahrt, brauchte weder Notfallnummer, Stadtplan noch Abschleppwagen und fuhr nur eine einzige Zusatzrunde, weil sich das Navi nicht deutlich genug ausgedrückt hatte.
Daraus gelernt habe ich folgendes:
-Es wird nicht alles an einem Tag einfach anders.
-Meine Mitfahrerin war an diesem Abend nicht nur beste Freundin, sondern mein Schutzengel.
-Meine Angst vor Zürich werde ich sicher nicht durch Autofahrten dorthin los.
Und vor allem:
-Ich würde mich tierisch nerven, wenn ich mich als Autofahrerin vor mit hätte!
